Ziel ist es, Einsatzkräfte schneller und gezielter an vermutlich gefährdete Orte zu schicken. Dort sollen sie entweder Täter abschrecken oder auf frischer Tat ertappen.

Das neue Werkzeug namens KrimPro wird seit Juli in zwei Direktionen getestet. Zu Beginn der dunklen Jahreszeit sollen alle Direktionen es nutzen können - als ergänzendes Hilfsmittel, wie Kandt betonte. Dem Programm liegt etwa die Annahme zugrunde, dass professionelle Banden in kurzer Zeit mehrfach am gleichen Ort zuschlagen. In anderen Bundesländern wie Bayern und im Ausland wird vergleichbare Software bereits seit Längerem eingesetzt. Wie gut sogenanntes Predictive Policing wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Stephan Harnau vom LKA-Analysezentrum zog nach ersten Tests ein positives Fazit. Der PC ermögliche schnell einen Blick auf das große Ganze, etwa das Geschehen in der vergangenen Nacht. Menschliche Analytiker brauche die Polizei nach wie vor.

Berlin hat sich gegen den Einkauf fremder Software wie "Precobs" entschieden. Das hätte laut Kandt Kosten in siebenstelliger Höhe bedeutet. Stattdessen wurden bestehende Programme und Daten als Grundlage für KrimPro genutzt - laut Harnau ohne "wirkliche Extra-Kosten".

Die GdP begrüßt den Einsatz solcher Software grundsätzlich, hätte sich aber den Kauf eines fertigen Produkts gewünscht. Nun werde "mal wieder" auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung gespart. Auch nütze es wenig, wenn die Polizei zwar halbwegs von bevorstehenden Einbrüchen wisse, aber nicht genug Personal für den Einsatz vor Ort habe.