Ein Jahr vor dem Start der Internationalen Gartenausstellung (Iga) in Berlin-Marzahn nimmt das Projekt auf rund 100 Hektar immer mehr Gestalt an. Iga-Geschäftsführer Christoph Schmidt und Katharina Langsch sagten, bei dem wichtigen Stadtentwicklungsprojekt sei alles im Plan. Am 13. April 2017 soll die Schau eröffnet werden. "Das wird ein Knaller", sagte Schmidt. Eine Übersicht mit den wichtigsten Zahlen und Fakten.

Aussicht: Auf dem Kienberg im Gartenschaugelände entsteht in 130 Meter Höhe die Plattform Wolkenhain, von der aus der Blick bis zum Fernsehturm reicht. Auf einer Metallkonstruktion wird eine Bespannung montiert, die an eine Wolke erinnern soll.

Dauer: Die Iga wird bis zum 15. Oktober 2017 geöffnet sein und neben Gartenkunst Konzerte, Märkte und Workshops bieten. Rund 800 Veranstaltungen sind geplant.

Besucher: Knapp zwei Millionen Gäste werden erwartet. Für die Anreise mit der U-Bahn wird der Bahnhof Neue Grottkauer Straße saniert. Von hier aus kann man entweder über eine Brücke zur Gartenschau gehen oder mit der Seilbahn über den Kienberg gondeln.

Eintritt: Das Tagesticket kostet 20 Euro, beliebig viele Fahrten mit der Seilbahn sind einbegriffen. Eine normale Dauerkarte gibt es für 90 Euro. Der Vorverkauf soll rechtzeitig vor Weihnachten beginnen.

Chinesischer Garten: Er wurde im Jahr 2000 eröffnet und war die erste Erweiterung der noch zu DDR-Zeiten angelegten Gärten der Welt. Das rund 20 Hektar große Areal am Fuße des Kienbergs wird nun Teil der Iga. Neu angelegt werden dort jetzt internationale Gartenkabinette. Englische, brasilianische oder libanesische Gestalter zeigen ihr Können.

Farben: Bunt wird die Iga, 1500 neue Bäume wie Eichen und seltenes Wildobst sowie unzählige Sträucher und Rosen wurden schon gepflanzt. Im Herbst kommen mehr als 300 000 Blumenzwiebeln in die Erde. Tulpen und Narzissen sollen zur Eröffnung blühen.

Geld: Aus verschiedenen Töpfen fließen knapp 100 Millionen Euro. Davon sind 50 Millionen Euro für die dauerhafte touristische Infrastruktur eingeplant. Das Land Berlin gibt einen Zuschuss von knapp zehn Millionen Euro.

Halle: Die künftige Tropenhalle wird 16 Meter hoch sein. Eine balinesische Landschaft soll gezeigt werden.

Interesse: Die Bewohner der angrenzenden Plattenbauten verfolgen das Projekt laut Geschäftsführer mit Wohlwollen. Viele würden darin jetzt eine Chance für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf sehen.

Es gibt Bürgersprechstunden und Führungen über die Baustelle. Doch alle könne man nicht erreichen. Wachschützer wurden engagiert, um Vandalismus einiger Störer zu verhindern.

Kaskade: Gebaut werden auch eine Promenade mit Wasser-Installationen sowie ein Wasserspielplatz. Die Kombination mit natürlicher Landschaft und gestalteten Gärten sei europaweit einmalig, sagt Geschäftsführer Schmidt. Auch eine Art Amphitheater mit 5000 Plätzen soll sich auf dem Gelände in die Landschaft einfügen.

Naturschutz: Verbände wurden laut Geschäftsführer einbezogen, auch bei einem Konzept für die Zeit nach der Ausstellung. Dann soll der Kienberg wieder ohne Eintrittsgeld frei zugänglich sein. Ein Umwelt-Bildungszentrum direkt an einem Teich entwickelt spezielle Angebote für Schüler.

Verluste: "Wir haben richtig kalkuliert", sind sich die Macher sicher. Einen Flopp - wie zuletzt bei der Bundesgartenschau in der Havelregion - befürchten sie nicht. Durch die Gärten der Welt gebe es zudem schon ein Stammpublikum.

Zentrum: Über eine Freitreppe kommen die Gartenfreunde in das Besucherzentrum am Blumberger Damm. Angenommen wird, dass sie im Schnitt fünf bis sechs Stunden auf der Iga bleiben. Mit rund 3000 Plätzen in der Gastronomie auf dem Gelände sollen müde Flaneure wieder aufgemuntert werden. Dazu wurde auch ein englisches Cottage angelegt.