Kritiker werfen dem Betreiber vor, jahrelang mit geraden Flugrouten geplant zu haben, obwohl er wusste, dass die zuständige Bundesbehörde später abknickende Kurse festlegen würde. Herberg widersprach auch Vorwürfen, der neue Flughafen sei von Anfang an zu klein geplant worden.

Im Flugroutenstreit verweisen Anwohner auf ein Schreiben von 1998. Herberg bat das Bundesverkehrsministerium darin, die Deutsche Flugsicherung (DFS) davon abzuhalten, abknickende Flugrouten in die Planfeststellung zu schreiben - Routen, die über andere Gemeinden und Bezirke führen würden als bis dahin vom alten Schönefelder Flughafen.

Als die DFS vor zwei Jahren abknickende Routen präsentierte, gab es erbitterte Proteste sowie Klagen. Laut Bundesverwaltungsgericht vom Oktober gab es aber keine bewusste Täuschung.

Herberg widersprach der Annahme, er habe mit dem Brief Druck gemacht. "Das war eigentlich ein Memo, eine Aufmerksammachung an das Ministerium mit der ihm unterstellten DFS." Die Flughafengesellschaft sei überzeugt gewesen, dass Geradeausstarts der Rechtslage entsprächen.