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Wirbel um Beirat für neues Institut für Islamische Theologie

Berlin. Hürden nach fast einem Jahr Verhandlungen: Im Beirat des geplanten Instituts für Islamische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität (HU) könnte nur ein Teil der vorgesehenen Vertreter von Islamverbänden sitzen. Den Gründungsvertrag segnete bis Dienstagmittag nur einer von den fünf Verbänden ab, die Vertreter in das Gremium entsenden sollten. Es handele sich um die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands, sagte ein HU-Sprecher. Von den anderen, darunter die wegen der Nähe zur türkischen Regierung umstrittene Türkisch-Islamische Union (Ditib), habe es keine Rückmeldung gegeben. Frist war der 1. April. dpa

Als Hintergrund werden Uneinigkeiten über Abstimmungsmodalitäten in dem Gremium angenommen, dem auch vier externe Hochschullehrer und zwei HU-Vertreter angehören sollen. Wie zuerst der „Tagesspiegel“ berichtete, fürchteten konservative Verbände um Ditib, überstimmt zu werden - sie sollen eine Regelung gefordert haben, um auch als Minderheit Entscheidungen verhindern zu können.

Wissenschafts-Staatssekretär Steffen Krach (SPD) erklärte, die Änderungsvorschläge seien nicht tragbar. Er hat die Verbände für den 13. April zu einem klärenden Gespräch eingeladen. Fest stehe, dass das Institut auf jeden Fall kommen werde.

Vom Wintersemester 2018/19 an sollen an dem Institut unter anderem Imame ausgebildet werden. Das Land Berlin stellt dafür bis 2022 insgesamt 13 Millionen Euro zur Verfügung. Ähnliche Einrichtungen gibt es bereits in mehreren anderen deutschen Städten.

Tagesspiegel