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Wieder illegales Autorennen? Polizei sucht nach Rasern

Ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv FOTO: Rolf Vennenbernd
Berlin. Nach ersten Meldungen zu einem illegalen Autorennen in Berlin-Kreuzberg prüft die Polizei nach eigenen Angaben jetzt, ob es sich nicht vielmehr um einen Unfall mit Fahrerflucht handelt. Wie ein Sprecher am Donnerstagmorgen sagte, waren es nicht mehrere Zeugen, die ein angebliches Rennen beobachteten, sondern nur einer. Am späten Mittwochabend war ein offenbar zu schnell fahrendes Auto zuerst mit einem wendenden PKW und dann mit einem parkenden Auto kollidiert. Der Unfallfahrer flüchtete, die beiden anderen Autofahrer wurden leicht verletzt. Der Zeuge soll zuvor ein Rennen zwischen dem Unfallauto und einem weiteren Auto beobachtet haben. dpa

Abgerissene Reifen, Glasscherben und Metallteile - auch am Donnerstagmorgen sind auf knapp 200 Metern noch die Spuren einer zerstörerischen Autofahrt in Berlin-Kreuzberg unübersehbar. Laut Zeugenberichten sollen am Mittwochabend zwei Wagen auf der Gitschiner Straße mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.

Ob es sich um ein illegales Autorennen handelt, könne einstweilen weder bestätigt noch ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmittag der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, acht Autos beschädigt.

Nach den bisherigen Ermittlungen sollen zwei Fahrzeuge - ein VW und ein Opel mit tschechischen Kennzeichen - auf der Gitschiner Straße in Richtung Hallesches Tor gerast sein. Dabei erfasste der Opel zunächst einen Renault, der auf der Straße wenden wollte, und schleuderte ihn auf den Gehweg. Der 35-jährige Fahrer des Wagens wurde leicht verletzt.

Anschließend kam der Opel laut Polizei von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Mercedes, der in zweiter Reihe parkte. Das silberfarbene Auto wurde durch den Aufprall auf weitere geparkte Autos geschoben. Der 55-jährige Fahrer erlitt ebenfalls leichte Verletzungen.

Wie Zeugen beobachtet haben sollen, entstiegen dem Opel zwei Insassen und rannten davon. Zunächst führte eine Spur die Ermittler zu zwei Männern im Alter von 20 und 28 Jahren, die sich mit Verletzungen an den Beinen in einem Krankenhaus behandeln ließen. Der Tatverdacht bestätigte sich laut einem Polizeisprecher jedoch nicht.

Der Halter wurde den Angaben zufolge bereits ermittelt, bislang sei aber unklar, ob er auch der Fahrer war. Vom Fahrer des VW fehle noch jede Spur. „Die Spurenauswertung der Autos wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagte der Polizeisprecher. Die Gitschiner Straße war in Richtung Hallesches Tor für etwa drei Stunden großräumig abgesperrt.

Die Polizei hat ein Verfahren wegen Unfalls mit anschließender Fahrerflucht gegen die Unbekannten eingeleitet. Ob sie sich ein illegales Autorennen lieferten, könne man erst sagen, nachdem mit ihnen gesprochen wurde, hieß es.

Immer wieder liefern sich Fahrer solche Rennen in Berlin, bei denen auch Unbeteiligte zu Schaden kommen. Im Februar dieses Jahres wurden zwei Männer erstmals wegen Mordes verurteilt. Die beiden damals 24 und 26 Jährigen hatten in der Nacht zum 1. Februar 2016 bei einem illegalen Autorennen in der Nähe des Kaufhauses KaDeWe einen schweren Unfall verursacht, der einem Mann das Leben kostete.

Mitteilung der Polizei