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Wendische Osterreiter verteilen Hoffnungssträuße

Die traditionell gekleideten sorbischen Osterreiter vor dem Kloster Sankt Marienstern. Foto: Sebastian Kahnert
Die traditionell gekleideten sorbischen Osterreiter vor dem Kloster Sankt Marienstern. Foto: Sebastian Kahnert FOTO: Sebastian Kahnert
Ragow. Osterreiter sind bei einer traditionellen Prozession durch mehrere Spreewaldorte gezogen. Die rund 20 Männer und Frauen verteilten am Ostersonntag an den Straßenrändern Hoffnungssträuße aus Buchsbaum-Zweigen an Schaulustige und verkündeten die Auferstehung Christi. Die Pferde waren geschmückt, die Reiter trugen zum Teil Zylinder und hatten Fahnen bei sich. Trotz des windigen und kalten Wetters zog es viele Zuschauer zum Osterreiterzug, der unter anderem durch Ragow (Dahme-Spreewald) führte. dpa

In der Oberlausitz in Sachsen waren am Sonntag noch weit größere Osterreiter-Prozessionen geplant.

Die Tradition des Osterreitens wird von den Sorben und Wenden gepflegt. Dabei wird die Botschaft der Auferstehung Christi in die Nachbarorte getragen. Das Volk mit slawischen Wurzeln siedelt heute ausschließlich in der Lausitz in Brandenburg und Sachsen. Ihre Zahl wird insgesamt auf rund 60 000 geschätzt.

Wendische Oster-Traditionen gab es am Sonntag auch in Burg (Spree-Neiße) zu sehen. Dort kamen Frauen in schwarzer wendischer Tracht zum evangelischen Kirchgang. Ein Merkmal dieser Tracht sind die fein gearbeiteten Hauben.