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Warteschleifen bei Polizei und Feuerwehr immer länger

Die Zahl „110“ ist auf einem Smartphone zu sehen. Foto: Lukas Schulze/Archiv
Die Zahl „110“ ist auf einem Smartphone zu sehen. Foto: Lukas Schulze/Archiv FOTO: Lukas Schulze
Berlin. Wer in Berlin wegen eines Notfalls bei Polizei oder Feuerwehr anruft, muss oft mehr Geduld haben als früher. Beim Polizei- Notruf 110 verdoppelte sich die durchschnittliche Wartezeit zwischen Anruf und Kontakt mit einem Mitarbeiter der Leitzentrale innerhalb von vier Jahren: Von 7 Sekunden 2013 auf 13 Sekunden 2017. Beim Feuerwehr-Notruf 112 erhöhte sich die Zeit in der Warteschleife in diesen Jahren von 9,02 auf 20,6 Sekunden. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. dpa

Der Rekordwert bei der 110 lag demnach bei 11:08 Minuten. Die Feuerwehr meldete sogar eine Mega-Warteschleife von 18:31 Minuten. An den fraglichen Tagen, dem 29. Juni beziehungsweise dem 5. Oktober, zogen extreme Unwetter über Berlin. Es handelte sich also um Ausnahmesituationen und damit besondere Lagen bei Polizei und Feuerwehr mit sehr vielen auch gleichzeitig eingehenden Notrufen.

Ziel der Polizei ist es, 90 Prozent der Anrufe nach spätestens 10 Sekunden anzunehmen. Allerdings lag die Quote in den letzten Jahren nach früheren Angaben deutlich niedriger, zuletzt bei 70 Prozent.

„In einer wachsenden Stadt müsste die Sicherheitsarchitektur mitwachsen, tut es aber offensichtlich nicht“, kritisierte Luthe. „Seit 2011 sind die Straftaten um 15 Prozent gestiegen, Polizei und Feuerwehr wachsen um gerade einmal 3 Prozent bis 2019. Der rot-rot- grüne Senat gibt überall Geld aus, nur nicht für die Sicherheit.“ Nötig seien personelle und technische Vorkehrungen, um Warteschleifen zu reduzieren. „Denn jeder Anruf, außer den missbräuchlichen, ist eine Notsituation“, so Luthe.