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Volleys am Tiefpunkt: Trainer Reynolds in der Kritik

Berlins Trainer Luke Reynolds feuert seine Mannschaft an. Foto: Silas Stein/Archiv
Berlins Trainer Luke Reynolds feuert seine Mannschaft an. Foto: Silas Stein/Archiv FOTO: Silas Stein
Berlin. Die Berlin Volleys sind im Viertelfinale des deutschen Volleyball-Pokals völlig überraschend gescheitert. In der Runde der letzten Acht kassierte der deutsche Meister am Samstagabend gegen den TSV Herrsching eine bittere 2:3 (25:22, 25:18, 20:25, 25:27, 13:15)-Pleite. Vor 3912 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle bot der Hauptstadtclub nach einer scheinbar sicheren 2:0-Satzführung eine schwache Leistung. Von Karsten Doneck, dpa

Für die Berlin Volleys bedeutet das frühe Aus im deutschen Volleyball-Pokal den bisherigen Tiefpunkt in einer ohnehin an Enttäuschungen reichen Saison. Nach dem bitteren 2:3 im Viertelfinale daheim gegen den TSV Herrsching hat die erfolgsverwöhnte Mannschaft nunmehr von acht Pflichtspielen in dieser Saison schon vier verloren. Auch die Netzhoppers KW-Bestensee erlebten beim 0:3 in Bühl das Aus.

Angesichts der mäßigen Bilanz der Volleys kommt auch Manager Kaweh Niroomand ins Grübeln - und die Kritik an Trainer Luke Reynolds wir immer lauter. „Wir haben die teuerste Mannschaft der Bundesliga. Wenn wir damit am Ende nur Fünfter werden, dann muss ich mir die Frage stellen, ob mein Konzept das Richtige war“, sagte Niroomand.

Der Manager hatte vor der Saison Wert darauf gelegt, dass die routinierte Mannschaft mehr Selbstverantwortung übernimmt und auch deshalb mit dem erst 32-jährigen Reynolds einen jungen, noch unerfahrenen Cheftrainer installiert. Unter ihm droht den Volleys nun der Absturz ins Mittelmaß.

Längst steht der Trainer in der Kritik. „Es liegt nicht nur an ihm“, beteuerte Niroomand. Doch die Spielerwechsel des Australiers gegen Herrsching stießen auch beim Manager auf Unverständnis. „Dass mit Robert Kromm und Paul Carroll zwei Mann, die seit Jahren zu den Leistungsträgern bei uns zählen, nur auf der Bank sitzen, das kann nicht sein“, bemängelte Niroomand.

Beide Spieler hatte Reynolds Mitte des ersten Satzes vom Feld beordert. Den Rest des Debakels erlebten sie von draußen als Zuschauer. „Entweder macht der Trainer etwas falsch oder die Spieler machen etwas falsch. Das müssen wir analysieren“, meinte Niroomand.

Zudem wirft der Manager dem Coach eine Fehleinschätzung bei der Verpflichtung von Außenangreifer Adam White vor. Volleys-Libero Luke Perry habe ihm den Tipp gegeben, sein australischer Landsmann White sei als Annahmespieler ein besserer Ersatz für den nach Mailand abgewanderten Ruben Schott. „Auch Reynolds hat das mir gegenüber bestätigt“, sagte der Manager. Das Vertrauen in solche Beurteilungen des Trainers scheint aufgebraucht.

Nach den Eindrücken vom Pokalspiel gegen Herrsching sagte Niroomand: „Ich hätte mir über diesen Neueinkauf wohl ein besseres Bild machen müssen.“

Die Netzhoppers hatten gegen die Bisons Bühl beim 0:3 (12:25, 20:25, 21:25) wieder keine Chance. Ohne Routinier Björn Andrae spielten die Netzhoppers in Bühl genauso aussichtslos wie vor vier Wochen. Damals unterlagen sie in der Bundesliga ebenfalls 0:3. Filip Gavenda war am Samstag mit 17 Punkten erfolgreichster Spieler der Bestenseer.