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Union mit Hofschneider im freien Fall: Mehr Verunsicherung

Toni Leistner (l.) von Union Berlin geht an Coach André Hofschneider vorbei. Foto: Maurizio Gambarini
Toni Leistner (l.) von Union Berlin geht an Coach André Hofschneider vorbei. Foto: Maurizio Gambarini FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. André Hofschneider gab seinen Spielern nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie ein freies Wochenende. Ob diese Maßnahme dem Trainer des in der Krise steckenden Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin noch auf die Füße fällt, wird die Partie in einer Woche bei Arminia Bielefeld zeigen. Sollte der Nachfolger des Anfang Dezember überraschend entlassenen Jens Keller dann immer noch ohne Sieg da stehen, wird die Diskussion um seine Person Fahrt aufnehmen. Von Matthias Bossaller, dpa

Denn eigentlich sollte durch den Trainerwechsel eine negative Entwicklung im Keim erstickt werden. Das ist komplett misslungen. Die mit großen Aufstiegshoffnungen in die Saison gestarteten „Eisernen“ befinden sich im freien Fall, holten in den vier Partien seit Hofschneiders Amtsantritt Anfang Dezember 2017 nur einen Zähler.

Die Clubführung hatte das auf Pressing und schnelles Umschalten angelegte System von Keller als leicht ausrechenbar kritisiert. Hofschneider sollte die Mannschaft variabler spielen lassen. Was die Köpenicker jetzt anbieten, weist indes kein klares Konzept auf. Es ist vielmehr von tiefer Unsicherheit geprägt.

„Wir haben alles vermissen lassen, was uns in der Hinrunde stark gemacht hat: Das schnelle Umschaltspiel und das Pressing, mit dem wir viele Tore gemacht haben“, sagte Stürmer Sebastian Polter. War das alte System also doch besser? Schnell schob Polter nach: „Wir haben uns weiterentwickelt, was das Passspiel angeht.“ Im nächsten Satz widersprach er sich dann: „Wir müssen versuchen, zwingender nach vorne zu spielen. Wir spielen viel quer und nach hinten und vergessen dadurch unsere Stärke.“

Gegen die keinesfalls erschreckend stark spielenden Nürnberger fand in der Tat kaum ein Anspiel in die gefährlichen Zone einen Adressaten. Nur in der ersten Hälfte hatten Akaki Gogia und Polter gute Gelegenheiten. „Wir haben unsere Chancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt. Nürnberg hat mit einer Chance das Spiel gewonnen“, klagte Abwehrspieler Marc Torrejon.

Nach der Negativ-Serie von sieben sieglosen Spielen müssen die Berliner aufpassen, nicht noch weiter abzusacken. Der Punkte-Puffer auf den Abstiegs-Relegationsplatz 16 war vor den Sonntagsspielen mit sieben Zählern kleiner als die zehn Punkte Rückstand auf den Tabellen-Zweiten aus Nürnberg. Nur in der Spielzeit 2002/2003 (9 Spiele) und 2009/2010 (8) war die Durststrecke in der zweiten Liga länger.

Für die wichtige Begegnung am 5. Februar auf der Bielefelder Alm schwächten sich die Berliner durch Undiszipliniertheiten selbst. In der 89. Minute hatte Philipp Hosiner wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Zuvor musste schon Abwehrrecke Toni Leistner nach Gelb-Rot vom Platz (83.). Beide fehlen Union nun. „Bitter für uns. Wir brauchen jetzt jeden einzelnen Spieler“, meinte Polter. Und Hofschneider bedauerte: „Toni fehlt uns mit seiner Physis und Kopfballstärke.“

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