| 16:43 Uhr

Unbekannter zündet Schlafsack in Bahnhofshalle an

Rußgeschwärzt ist eine Wand in der Eingangshalle des S-Bahnhofs Neukölln. Foto: Paul Zinken
Rußgeschwärzt ist eine Wand in der Eingangshalle des S-Bahnhofs Neukölln. Foto: Paul Zinken FOTO: Paul Zinken
Berlin. In der Nähe von zwei Obdachlosen hat ein Unbekannter im S-Bahnhof Neukölln einen Schlafsack angezündet. Die beiden Männer im Alter von 22 und 33 Jahren wurden nicht verletzt, wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte. Der 33-Jährige habe den brennenden Schlafsack in der Nacht noch nach draußen gezerrt, wo Feuerwehrleute die Flammen löschten. dpa

Zunächst soll es laut Polizei zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen einem Mann und den deutschen Obdachlosen gekommen sein. Dieser soll sie aufgefordert haben, ihren Schlafplatz in der Vorhalle des Bahnhofs zu verlassen, bevor er ging. Die Obdachlosen blieben jedoch wegen der Kälte.

Eine Viertelstunde später habe dann eine unbekannte Person den Schlafsack und eine Jacke fünf, sechs Meter entfernt von den beiden Männern in Brand gesteckt. Ob dieselbe Person verdächtig ist, sei noch unklar. Es wurden Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Die angezündeten Sachen konnten laut Angaben keinem Eigentümer zugeordnet werden.

Am Weihnachtsabend 2016 richtete sich eine direkte Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen im U-Bahnhof Schönleinstraße. Das Landgericht verurteilte deshalb im Vorjahr einen jungen Mann wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Haft von zwei Jahren und neun Monaten. Sechs Mitangeklagte bekamen Arrest oder Bewährungsstrafen.

Die Staatsanwaltschaft hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, sie will ein Urteil wegen versuchten Mordes erreichen. Fahrgäste hatten die Flammen gelöscht, der ahnungslose Mann blieb unverletzt.

Bundespolizeidirektion Berlin