ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:12 Uhr

Unbekannter Jogger im Koma nach vier Monaten identifiziert

Berlin. Die Berliner Polizei hat den unbekannten Jogger identifiziert, der seit vier Monaten im Koma liegt. Es handele sich um einen 74-jährigen alleinlebenden deutschen Mann mit iranischen Wurzeln, teilte die Polizei am Donnerstag mit. dpa

Er lebt in der Brandenburgischen Straße in Berlin-Wilmersdorf. Der Mann sei aufgrund eines Hinweises zu den beiden Schlüsseln identifiziert worden, die er bei sich trug. Der entscheidende Tipp kam von einem Nachbarn.

Der Jogger war am 13. März im Volkspark Wilmersdorf zusammengebrochen und bei dem Sturz mit seinem Kopf auf einen Stein aufgeschlagen. Seitdem liegt der Mann auf der Intensivstation der Charité. Nach seinem Unfall hatte ihn trotz mehrerer Aufrufe der Polizei niemand als vermisst gemeldet.

Zur Identifizierung hatte die Polizei zuletzt eine weitere umfangreiche Suchaktion gestartet. Am Dienstag wurde ausprobiert, ob ein Schlüssel des Mannes zu Türen von Häusern in der Umgebung des Volksparks Wilmersdorf passt. Zehn Teams von Polizeischülern waren stundenlang mit Schlüsselkopien unterwegs. Ein Wohnhaus mit passendem Türschloss fanden sie nicht.

„Wir freuen uns riesig, dass es jetzt geklappt hat“, sagte eine Polizeisprecherin. Bei der Polizei angerufen hatte am Donnerstag gegen 11.30 Uhr ein 25-jähriger Nachbar, der am Mittwochabend im Internet anhand eines Fotos die Schlüssel erkannt hatte.

Das sechstöckige Mietshaus steht in der Brandenburgischen Straße, nördlich des Parks und nicht weit entfernt vom Fehrbelliner Platz. Es lag aber nicht in dem Bereich, den die Polizeischüler abgesucht hatten. Ob die Suche mit Schlüsselkopien hätte zum Erfolg führen können, ist allerdings ungewiss. Die beiden von der Polizei befragten Schlüsseldienste hatten sich nämlich geirrt. Sie hatten den einfacheren der beiden gefundenen Schlüssel der Haustür und den komplizierteren der Wohnungstür zugeordnet. In der Realität war es genau umgekehrt.

Nun sei die vom Gericht bestellte Betreuerin des Charité-Patienten informiert, die bisher die Behandlung des Koma-Patienten mitbestimmt hatte, sagte die Polizeisprecherin. Angehörige des Mannes seien nach wie vor nicht bekannt. Die Betreuerin und das Krankenhaus können sich mit Hilfe der Polizei oder des Auswärtigen Amtes bemühen, Angehörige des Patienten zu finden.

Der Mann hatte nach seinem Sturz nur die beiden Schlüssel, 15 Euro und etwas Traubenzucker in einem kleinen Gurt für Jogger bei sich. Auf den Schlüsseln waren Firmennamen eingestanzt, aber keine Sicherheitsnummern. Deshalb gab es auch keine registrierten Schlösser - und damit lange keine Spur zu einer Adresse.