ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:14 Uhr

Überfall in Berlin
Geldtransporter-Raub – das waren Profis

Polizisten in Berlin sichern den aufgebrochenen Geldtransporter nach dem Überfall (Kennzeichen und Firmenaufschrift des Fahrzeugs sind auf diesem Foto von der LR-Redaktion unkenntlich gemacht worden).
Polizisten in Berlin sichern den aufgebrochenen Geldtransporter nach dem Überfall (Kennzeichen und Firmenaufschrift des Fahrzeugs sind auf diesem Foto von der LR-Redaktion unkenntlich gemacht worden). FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Berlin. Zwei Autos stoppen einen Geldtransporter. Zwei Männer brechen das Fahrzeug mit den Geldkisten hinten auf. Zwei weitere bedrohen die Fahrer mit Kalaschnikows: Der spektakuläre Überfall in Berlin sieht nach organisierter Kriminalität aus.

Der spektakuläre Raubüberfall auf einen Geldtransporter in Berlin ist vermutlich einer Bande aus dem Milieu der organisierten Kriminalität zuzurechnen. Darauf deuten Präzision und Durchführung der Tat hin, wie die Berliner Zeitung berichtete.

Das Blatt meldet unter Hinweis auf einen 39-jährigen Zeugen, aus jedem der beiden Autos seien zwei Leute ausgestiegen. „Zwei sind zielgerichtet nur an das Heck gegangen mit einem riesigen Brecheisen und einer Kettensäge“, zitiert die Zeitung den Zeugen. „Währenddessen haben zwei Leute aus dem anderen Auto die Geldboten mit Kalaschnikows in Schach gehalten.“

Von den Räubern fehlte am Samstag zunächst weiter jede Spur. Maskierte und bewaffnete Täter hatten am Freitagmorgen nahe dem Alexanderplatz mit zwei Autos einen Geldtransporter gestoppt und mehrere Geldkisten erbeutet. Auf ihrer Flucht schossen sie auf ein Polizeiauto, das sie verfolgte.

Ein Zeuge sagte der Zeitung „B.Z.“: „Es waren zwei schwarze Fahrzeuge. Einer der Räuber lehnte sich aus dem Fenster und schoss zurück auf den Polizeiwagen.“ Dieser wurde im Frontbereich getroffen, die zwei Beamten blieben aber unverletzt. Sie brachen die Verfolgung ab.

Nach mehreren Unfällen endete die Fahrt eines Fluchtfahrzeugs in der Feilnerstraße in Kreuzberg. Die Täter ließen den beschädigten Wagen mit einem platten Reifen und mehreren Dellen stehen und flohen zusammen mit dem zweiten Wagen.

Die Ermittler baten Zeugen, Fotos und Videos der Tat hochzuladen. Es sollten zudem mehrere Zeugen befragt werden. Ausgehend von dem zurückgelassenen Mercedes setzte die Polizei auch Spürhunde ein. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

Seit vielen Jahren verüben verschiedene Täterbanden in Berlin immer wieder spektakuläre Überfälle und Einbrüche. Im Dezember 2013 etwa überfielen drei bewaffnete und maskierte Männer einen Geldtransporter auf der Tauentzienstraße und erbeuten eine sechsstellige Summe. Im März 2017 sorgte der Einbruch in das Bode-Museum mit dem Diebstahl der riesigen Goldmünze für Aufsehen.

(dpa/oht)