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Terroropfer-Beauftragter fordert Konsequenzen

Kurt Beck (SPD). Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv
Kurt Beck (SPD). Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv FOTO: Klaus-Dietmar Gabbert
Koblenz/Berlin. Kurz vor dem ersten Jahrestag des Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlags hat der Opferbeauftragte Kurt Beck (SPD) mehrere Konsequenzen angeregt. Seinen Abschlussbericht kündigte der ehemalige SPD-Chef für den 13. Dezember in der deutschen Hauptstadt an. Während einer Sicherheitstagung der Polizei am Montag in Koblenz schlug Beck vor, bei Terroranschlägen rascher und besser sichtbar eine erste Anlaufstelle für Angehörige und Helfer zu schaffen. Eine zweite Stelle für eine dauerhafte Betreuung von verletzten Opfern und Hinterbliebenen könnte beim Bundesjustizministerium eingerichtet werden, ergänzt von ähnlichen Anlaufstellen in den Ländern. dpa

Der Ex-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz regte zudem Verbesserungen bei der Identifizierung von Toten an. Dies habe damals in Berlin bei quälender Ungewissheit für Angehörige teils drei Tage gedauert. Wenn das Gesicht nicht entstellt sei oder ein Ausweis beim Opfer gefunden werde, könne das schneller gehen, sagte Beck.

Der 68-Jährige schlug erneut vor, das Schmerzensgeld bei Attentaten zu erhöhen - im internationalen Vergleich sei es eher niedrig. Auch längerfristige finanziellen Hilfen könnten verbessert werden. Beispielsweise hätte es laut Beck im Falle einer Bombenexplosion ohne Einsatz eines Lastwagens als Waffe beim Berliner Anschlag vom 19. Dezember 2016 keine Verkehrsopferhilfe der Versicherungen gegeben.

Damals hatte der islamistische Terrorist Anis Amri mit einem Lkw zwölf Menschen getötet und fast 100 verletzt. Er wurde später von der italienischen Polizei erschossen. Zu den Vorwürfen auch von Angehörigen, die Behörden hätten den als Islamisten und Drogenhändler längst polizeibekannten Amri schon vorher festnehmen und so den Anschlag verhindern können, sagte Beck: „Das ist objektiv richtig.“