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| 17:08 Uhr

Auf der Flucht
Suche nach JVA-Ausbrechern geht weiter

Auf dem Videostandbild einer Überwachungskamera an der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee in Berlin ist am 28.12.2017 ein Ausbruch zu sehen. Vier Gefangene sind durch einen aufgebrochenen Lüftungsschlitz in der Werkstatt der Justizvollzugsanstalt geflohen.
Auf dem Videostandbild einer Überwachungskamera an der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee in Berlin ist am 28.12.2017 ein Ausbruch zu sehen. Vier Gefangene sind durch einen aufgebrochenen Lüftungsschlitz in der Werkstatt der Justizvollzugsanstalt geflohen. FOTO: - / dpa
Berlin. Es war eine spektakuläre Flucht: Mit Hammer und Trennschleifer bahnten sich vier Gefangene aus der JVA Plötzensee den Weg ins Freie. Noch immer sucht die Polizei nach den Ausbrechern. dpa

Nach ihrer spektakulären Flucht aus der Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee sind vier Häftlinge weiter auf der Flucht. Es fehle weiter jede Spur, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Auch nach dem 30-jährigen Gefangenen, der sich am Donnerstag nicht aus dem offenen Vollzug zurückgemeldet hatte, wird laut Polizei noch immer gesucht.

Die vier Häftlinge im Alter zwischen 27 und 38 Jahren hatten sich am Donnerstag mittels Trennschleifer und einem schweren Hammer den Weg in die Freiheit gebahnt. Sie arbeiteten in einer Autowerkstatt auf dem JVA-Gelände, gelangten von dort in einen Heizungsraum und schließlich durch eine mit den Werkzeugen bearbeitete Lüftungsöffnung ins Freie. Dann krochen sie unter dem Außenzaun des Gefängnisses hindurch und verschwanden.

Am Freitag wurde bekannt, dass sich ein fünfter Gefangener am Donnerstagabend nicht wieder aus dem offenen Vollzug zurückgemeldet hatte. Der 30-Jährige verbüßte eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe wegen des Erschleichens von Leistungen und Ordnungswidrigkeiten.

Die Polizei hat eine Großfahndung nach den 27 bis 38 Jahre alten Männern ausgelöst, die seit dem vergangenen Jahr in der JVA wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung oder schwerer Körperverletzung einsaßen. Von einer Fahndung mit Bildern sah die Polizei auch am Sonntag noch ab, wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage erklärte. Die Fahndung mit Fotos nach Personen dürfen Staatsanwälte und Richter laut Gesetz nur anordnen, wenn alle anderen Methoden zur Ermittlung des Aufenthaltes deutlich weniger erfolgversprechend sind.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) kündigte eine Überprüfung aller Sicherheitsmaßnahmen in der Vollzugsanstalt an. «Zudem werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, bis alles aufgeklärt ist.» Unterdessen wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Die Berliner CDU gab dem rot-rot-grünen Berliner Senat die Schuld für den Ausbruch. Behrendt sagte dazu: «Ich bin bereit, dem Parlament Rede und Antwort zu stehen.»