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Streit um Versuchs-Nachtigallen kommt vor Gericht

Berlin. Ob über die Ladenöffnung oder das umstrittene Menschen-Museum - Berliner Verwaltungsrichter haben im Vorjahr in 19 930 Fällen entschieden. In diesem Jahr wird sich das Gericht nun auch mit Nachtigallen beschäftigen. Zwei Wissenschaftlerinnen haben Klage eingereicht, weil ihnen verweigert wird, den Vögeln Chips im Gehirn zu implantieren. dpa

Laut Gericht wollen die Forscherinnen der Freien Universität Berlin Mechanismen erforschen, die dem Duettgesang der Vögel zugrunde liegen. Davon erhofften sie sich weitergehende Erkenntnisse über das Krankheitsbild autistischer Kinder, die zu einer sozialen vokalen Interaktion nicht in der Lage seien.

Dazu wollen die Akademikerinnen nach Gerichtsangaben 36 kleine Nachtigallen aus ihren Nestern nehmen und sie mit Tonaufnahmen ihr Gesangsrepertoire erlernen lassen. Der Plan sieht auch vor, den Vögeln dann unter Narkose einen Speicherchip ins Gehirn zu setzen. Nach den Messungen sollten die Implantate entfernt und die Vögel je nach Heilung in die Natur entlassen oder eingeschläfert werden.

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hat das Vorhaben nicht genehmigt, wogegen die Wissenschaftlerinnen nun vorgehen. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.