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Strategiekonferenz zu Wohnungslosigkeit: Statistik ab 2019

Berliner Kältehilfe. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Berliner Kältehilfe. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Auf der Suche nach effizienteren Strategien gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit will Berlin ab 2019 erstmals eine Statistik führen. Zur besseren Planung des Bedarfs sei zunächst zweimal jährlich an eine Erhebung zu einem Stichtag angedacht, sagte die Sprecherin der Arbeitsgruppe Frauen und Familien in Wohnungsnot, Birgit Münchow. dpa

Sie äußerte sich am Ende der ersten Strategiekonferenz des Senats zur Wohnungslosigkeit am Mittwoch. Bei der Erhebung sollen unter anderem die Obdachlosen auf den Straßen gezählt sowie in einem mehrstufigen Verfahren ihr Alter, Geschlecht, die Staatsangehörigkeit und der Gesundheitsstatus erfasst werden.

Als weiteres Ergebnis der Konferenz wollen sich die zwölf Bezirke künftig bei heiklen Themen auf eine Linie verständigen. „Dazu zählt zum Beispiel, wann ein illegales Camp mit Gewalt geräumt wird und wie wir im Sommer mit Obdachlosen aus der EU umgehen“, sagte Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat von Mitte.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) hält 30 weitere modulare Unterkünfte mit Wohnungen und Apartments für nötig, um Wohnungslosen ausreichend Unterkunft zu bieten. Dabei könnten in Zukunft zum Beispiel junge Geflüchtete und Studenten nah beieinander wohnen, sagte sie.

Grundsätzliches Ziel ist es, bei der Unterbringung Wohnungsloser künftig mehr Beratung anzubieten. Als Vorbeugung gegen Wohnungslosigkeit sollen Fachstellen in den Bezirken entstehen, sagte Barbara Eschen für die Liga freier Wohlfahrtsverbände. Auch Zwangsräumungen von Familien sollten künftig verhindert werden.

In Berlin gab es 2017 nach Schätzungen der Sozialverwaltung 50 000 Menschen ohne Wohnung, die von der Stadt untergebracht wurden. Dazu zählen auch anerkannte Flüchtlinge, die keine eigene Wohnung finden. Die Strategiekonferenz wertete Breitenbach als ersten Schritt hin zu einer neuen Qualität gemeinsamer Arbeit aller sozialen Akteure in der Stadt. Im Herbst soll eine weitere folgen.