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Stiftung: Echter Teil von DDR-Grenzanlage, keine Ur-Mauer

Der 80 Meter lange Abschnitt in einem Waldstück bei Pankow. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Der 80 Meter lange Abschnitt in einem Waldstück bei Pankow. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Aufregung um ein neu entdecktes Stück Berliner Mauer: Ist es echt und gehört es zur sogenannten Ur-Mauer? Der etwa 80 Meter lange Abschnitt in einem Waldstück bei Pankow sei in den 60er Jahren Teil der DDR-Sperranlagen gewesen, sagte die Sprecherin der Berliner Mauer-Stiftung, Gesine Beutin, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist echt und nicht fraglich.“ dpa

Es gebe aber erhebliche Zweifel, ob die Ziegelwand schon 1961 beim Mauerbau Teil des „antifaschistischen Schutzwalls“ - so der DDR-Sprachgebrauch - wurde. „Dass der Fund aber das älteste Stück Mauer ist - das kann man nicht sagen.“ Höchstwahrscheinlich sei der bereits vorhandene Ziegelstein-Streifen später hochgemauert und dann mit einer Krone aus Metall-Sperrelementen versehen worden. Einen abschließenden Befund gibt es laut Stiftung noch nicht. Man sei in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.

Zuvor hatte der Tagesspiegel“ berichtet. Demnach steht das Mauerstück auch im Westteil Berlins und nicht auf früherem DDR-Gebiet. Dazu sagte die Stiftungs-Sprecherin, DDR-Behörden hätten mit der West-Seite kleinere Gebiete ausgetauscht, so „dass diese spitze Ecke zu West-Berlin kam“ und damit nicht mehr zur DDR-Grenze gehörte. Das sei bei der Dokumentation der Teilungsgrenze nach dem Mauerfall aber nicht so zugeordnet worden.

Der Heimatforscher Christian Bormann hatte das Mauer-Stück vor kurzem als letztes existierendes Stück der Ur-Mauer präsentiert. Der Hobbyhistoriker, der nach eigenen Angaben den Abschnitt bereits vor 18 Jahren entdeckte, hat demnach seinen Fund aber erst jetzt den Behörden gemeldet, weil er sich wegen der Wetterschäden Sorgen gemacht habe.

Blog Christian Bormann

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