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Steuerberater vor Gericht: könnte Vermögen ergaunert haben

Berlin. Ein Berliner Steuerberater soll gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau das Vermögen einer demenzkranken Mandantin in Höhe von fast einer Million Euro ergaunert haben. Der Prozess gegen den 72-Jährigen und einen mitangeklagten Notar wegen Untreue und Betruges wurde am Freitag vor Verlesung der Anklage unterbrochen. Die Verteidiger lehnten einen der drei Berufsrichter zu Beginn der Verhandlung wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Das Landgericht will bis zum 8. Dezember über den Antrag entscheiden. dpa

Insgesamt geht es um fast eine Million Euro, die der Steuerberater und seine gesondert verfolgte Ex-Ehefrau kassiert haben sollen. Der 72-Jährige habe bereits 2005 eine General- und Vorsorgevollmacht von der Geschädigten erhalten. Diese Vollmacht habe er von 2010 bis 2012 missbraucht und rund 200 000 Euro unterschlagen. Der Notar soll die Einsetzung der Frau des Steuerberaters als Alleinerbin beurkundet haben, obwohl die Erkrankte nicht mehr testierfähig war. Das ehemalige Paar habe sich ein Erbe von rund 750 000 Euro erschlichen.

Der Steuerberater und seine Ex-Frau hatten die Justiz bereits in einem anderen Fall beschäftigt. In einem Prozess wegen versuchten Mordes an dem Steuerberater 2015 gehörte die Frau zu den drei Angeklagten. Der damals 71-Jährigen war vorgeworfen worden, ihren Geliebten dazu angestiftet zu haben, einen Killer für ihren Ex-Mann zu engagieren. Der Steuerberater wurde im Juni 2014 durch mehrere Messerstiche verletzt. Zu einem Urteil gegen die Frau kam es nicht. Sie schied wegen Verhandlungsunfähigkeit aus dem Prozess aus.