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Senator: Sicherheitslage am Alex ist besser als ihr Ruf

Die neue Wache der Polizei Berlin steht auf dem Alexanderplatz in Berlin. Foto: Silas Stein/Archiv
Die neue Wache der Polizei Berlin steht auf dem Alexanderplatz in Berlin. Foto: Silas Stein/Archiv FOTO: Silas Stein
Berlin. Der Berliner Alexanderplatz ist nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel sicherer als weithin angenommen. Zwar sei der Platz unzweifelhaft ein kriminalitätsbelasteter Ort, sagte er am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Allerdings ist die objektive Sicherheitslage wesentlich besser als sie in der öffentlichen Diskussion dargestellt wird.“ dpa

Geisel nannte dazu Zahlen: Demnach wurden auf dem Alex im Vorjahr 110 Fälle von Körperverletzung gezählt, nach 84 im Jahr 2016. „Das sind 110 Körperverletzungen zu viel.“ Aber diese Summe relativiere sich, wenn man bedenke, dass die Stadt wachse und der Platz täglich inzwischen von 300 000 Menschen frequentiert werde.

Die Zahl der Raubtaten stieg Geisel zufolge 2017 um 10 auf 57. Dagegen habe sich die Zahl der Taschendiebstähle von 1669 im Jahr 2016 auf 880 im Jahr 2017 quasi halbiert. Im abgelaufenen Jahr seien zudem 80 Delikte mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen gezählt worden, davon 9 Körperverletzungen und 8 Drogenstraftaten. Die Statistik im Hinblick auf diesen Personenkreis, der sich oft auf dem Alex aufhält, wird erst seit August 2016 geführt.

Es sei also nicht so, „dass wir den Alexanderplatz verloren hätten“, schlussfolgerte Geisel. Vielmehr zahle sich die verstärkte Polizeipräsenz aus. Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Eröffnung der Alex-Wache Mitte Dezember gewesen. Um die Lage vor Ort nachhaltig zu verbessern, seien noch „ein bis zwei Jahre intensiver Arbeit“ und ein „umfangreiches Maßnahmepaket mit repressiven und präventiven Anteilen“ nötig.