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Schwarzarbeit und Mindestlohn: Zoll macht mehr Kontrollen

Ein Arbeiter holt mit einem Hammer aus. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Ein Arbeiter holt mit einem Hammer aus. Foto: Patrick Seeger/Archiv FOTO: Patrick Seeger
Potsdam. Angesichts der guten Konjunktur im Baugewerbe hat auch der Zoll seine Kontrollen wegen Schwarzarbeit und Mindestlohn verschärft. Allein in Westbrandenburg habe das Hauptzollamt Potsdam vergangenes Jahr 310 Baufirmen kontrolliert, berichtete der Bezirksvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Rudolf Wiggert, am Dienstag unter Berufung auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Dies seien 72 Prozent mehr als im Jahr 2016. Dabei leiteten die Zöllner 27 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden durch Schwarzarbeit wegen hinterzogener Steuern und Sozialabgaben lag bei gut 15 Millionen Euro. dpa

Der Anteil schwarzer Schafe in der Baubranche sei nach wie vor sehr hoch, mahnte Wiggert. „Und selbst dabei ist noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen.“ Die Gewerkschaft fordert daher, die Zahl der eingesetzten Zöllner deutlich zu erhöhen. Denn angesichts der regen Bautätigkeit gebe es auch viel mehr Hinweise an den Zoll auf Schwarzarbeit und Lohndumping.