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| 09:19 Uhr

Damit es eher in den Urlaub gehen kann
Schulschwänzer-Eltern müssen an Berliner Flughäfen kaum bibbern

Passagiere warten mit ihrem Gepäck an einem Check-in-Schalter im Flughafen Tegel. Kurz vor dem Beginn der Sommerferien wird es an den Flughäfen Berlin-Tegel und Schönefeld keine gezielten Kontrollen von möglichen Schulschwänzern geben.
Passagiere warten mit ihrem Gepäck an einem Check-in-Schalter im Flughafen Tegel. Kurz vor dem Beginn der Sommerferien wird es an den Flughäfen Berlin-Tegel und Schönefeld keine gezielten Kontrollen von möglichen Schulschwänzern geben. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Berlin/Potsdam. Kurz vorm Beginn der Sommerferien soll es an den Flughäfen Berlin-Tegel und Schönefeld keine gezielten Kontrollen von Familien mit möglichen Schulschwänzern geben, wie eine Sprecherin der Bundespolizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur informiert.

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen lassen, um Ferienstaus zu umgehen oder bei Flügen zu sparen.

Nur bei der Passkontrolle vor Flügen zu Zielen außerhalb des Schengen-Raumes werde man auf das Alter der Kinder achten und vereinzelt nach einer Genehmigung der Schule fragen, so die Bundespolizei-Sprecherin weiter. „Wenn die Eltern dann keine Genehmigung der Schule mitführen, wird die zuständige Schulbehörde informiert“, so die Sprecherin.

Bayern hingegen handhabt solche Schulschwänzereien viel rigider. Zu Beginn der Pfingstferien hat die Polizei an Flughäfen in Bayern rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen ließen. Alleine in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern, die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen, statt die Kinder in den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle, bei denen Kinder unentschuldigt der Schule fernblieben.

Gegen die Eltern wurde dann bei den zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet. Die Entscheidung, ob ein Bußgeld gegen die Eltern verhängt wird, liegt dann bei denen, wie ein Sprecher des für den Allgäu Airport zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West damals informierte. Wie hoch dieses ausfällt, entscheiden die Behörden.

Auch Nordrhein-Westfalen geht mit Schulschwänzern strenger um. So berichtete der Westfälische Anzeiger Ende März von Kontrollen durch die Bundespolizei am Flughafen Paderborn/Lippstadt vor Beginn der Osterferien. Dabei seien etwa zwei Kinder aus Hessen, deren Eltern sie Schule schwänzen ließen, ertappt worden.

Laut eines früheren Berichts der Wochenzeitung „Die Zeit“ kann der vorgezogene Urlaub für die eigentlich noch schulpflichtigen Kinder in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sehr teuer werden. Wer sich nicht an die Ferienzeiten hält, muss mit bis zu 2500 Euro Bußgeld rechnen.

(dpa/lsc)