| 13:12 Uhr

Rezeptbetrug mit Millionenschaden: Aussagen erwartet

Berlin. Eine mutmaßliche Bande von Rezeptfälschern, die einen Schaden von rund 2,5 Millionen Euro verursacht haben soll, kommt ab heute vor das Berliner Landgericht. Vier der fünf Angeklagten im Alter von 32 bis 59 Jahren sollen teilweise seit 2013 Arztrezepte für teure, verschreibungspflichtige Medikamente gefälscht und in Apotheken vor allem in Berlin eingelöst haben. Die ohne Bezahlung betrügerisch erlangte Medizin sei an zwei gesondert verfolgte Apotheker mit Großhandelslizenz verkauft worden - laut Ermittlungen zu 30 Prozent unter dem Großhandelspreis. Angeklagt sind 125 Taten bis Mitte 2017. Für den Prozess sind 23 Tage vorgesehen. dpa

Vor dem Landgericht Berlin hat am Montag ein Prozess um Rezeptbetrug mit einem Schaden in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro begonnen. Fünf der sechs Angeklagten im Alter von 32 bis 59 Jahren sollen als Bande agiert haben, die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt 125 Taten aus. Arztrezepte für teure Medikamente seien gefälscht und in Apotheken in Berlin und Umgebung eingelöst worden. Alle Angeklagten kündigten zu Prozessbeginn am Montag an, dass sie sich zu den Vorwürfen äußern werden.

Laut den Ermittlungen sollen sich zunächst vier der mutmaßlichen Betrüger im Sommer 2013 zu einer Bande zusammengeschlossen haben, darunter ein früherer Apotheker. Der 53-Jährige und dessen mitangeklagte 32-jährige Lebensgefährtin hätten gefälschte Rezepte bei einem 47-jährigen Angeklagten bestellt sowie Patienten- und Medikamentendaten zur Verfügung gestellt. Die erschlichenen Medikamente „sollten gewinnbringend an andere Apotheker mit Großhandelslizenz zu 30 Prozent unter dem Großhandelspreis veräußert werden“, so die Anklage.