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Regierungschef Müller: Türkei muss Deniz Yücel freilassen

Journalist Deniz Yücel. Foto: Karlheinz Schindler/Archiv
Journalist Deniz Yücel. Foto: Karlheinz Schindler/Archiv FOTO: Karlheinz Schindler
Berlin. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel gefordert. „Jeder Tag, an dem Menschen willkürlich um ihre Freiheit gebracht werden, ist ein Verbrechen an diesen Menschen“, teilte Müller am Mittwoch mit. Zuvor hatte er sich mit dem Menschenrechtler Peter Steudtner getroffen, der ebenfalls mehrere Monate in türkischer Haft saß. dpa

Für Steudtner habe die Haft „alptraumhafte Züge“ gehabt, die bis heute nachwirkten, sagte Müller. Diese Erfahrung machten auch andere Frauen und Männer, die zu Unrecht in der Türkei inhaftiert seien. Er appelliere einmal mehr „an die Verantwortlichen in der Türkei, diese inhumane und menschenverachtende Praxis rasch zu beenden, die den Menschenrechten und den europäischen Werten strikt zuwiderläuft“.

Steudtner, der sich in Friedensinitiativen engagiert, war im Sommer nach Istanbul gereist und verhaftet worden. Er saß bis Ende Oktober wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung in Haft. Steudtner und Müller trafen sich laut Senatskanzlei nun zum ersten Mal persönlich, aber hinter verschlossenen Türen.

Der „Welt“-Korrespondent Yücel sitzt seit fast einem Jahr in Haft. Müller ist derzeit auch Bundesratspräsident. Er forderte, Yücel und andere, die „grundlos“ festgehalten würden, umgehend freizulassen.

Mitteilung der Senatskanzlei