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Regel-Wirrwarr und Hertha-Frust bei Elfer

Herthas Cheftrainer Pal Dardai breitet am Spielfeldrand die Arme aus. Foto: Annegret Hilse
Herthas Cheftrainer Pal Dardai breitet am Spielfeldrand die Arme aus. Foto: Annegret Hilse FOTO: Annegret Hilse
Berlin. In der umstrittenen Schlüsselszene beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim hätte Niklas Stark übernatürliche Fähigkeiten gut gebrauchen können. „Niklas muss wie eine Spinne auch Augen hinten haben“, sagte Pal Dardai am Sonntag halb im Scherz über das Foul vor dem heiß diskutierten Elfmeter für die Gäste. Dabei sprach der Hertha-Coach von einem Lerneffekt. „Ein guter Spieler weiß, was hinter ihm passiert.“ Von Florian Lütticke, dpa

Auch nach dem vierten Spiel 2018 warten die Berliner weiter auf einen Rückrundensieg in der Fußball-Bundesliga - auch weil die Hertha einem Rückstand hinterherlaufen musste. Vor dem Treffer von Andrej Kramaric (38. Minute) brachte U21-Europameister Stark den Ex-Herthaner Nico Schulz zu Fall, dieser kam jedoch aus einer möglichen Abseitsposition. Verwirrung auf allen Seiten - deshalb sah sich der Deutsche Fußball-Bund schon kurz nach Schlusspfiff zu einer Stellungnahme veranlasst. Da Stark den Ball zuvor gestoppt habe, sei „die Regelauslegung durch das Schiedsrichterteam absolut korrekt und es bestand kein Anlass für einen Eingriff des Video-Assistenten“, teilte der DFB mit.

Doch auch das klärende Gespräch mit Schiedsrichter Deniz Aytekin konnte den Sünder nicht überzeugen. „Mir wurde erklärt, dass es eine neue Spielsituation gewesen sei“, berichtete Stark über den Dialog mit Aytekin. „Das finde ich ein bisschen Quatsch.“

Von den Gästen erhielten die Berliner Mitgefühl in ihrem Ärger. „Ich würde mich an Pals Stelle auch aufregen“, sagte Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann mit Blick auf Dardai und gestand: „Ich war beim Fußballlehrer in Regelkunde nicht der Beste.“

Dank Salomon Kalous achtem Saisontreffer konnten die Berliner zumindest noch das dritte Unentschieden in Serie retten, der Abstand auf die Europapokalplätze wird aber immer größer. Zudem steht Hertha vor einem anspruchsvollen Programm. Am nächsten Samstag geht es zu Bayer Leverkusen. In der Woche darauf ist ein Sieg zu Hause gegen den FSV Mainz 05 Pflicht, weil danach die Auswärtsspiele beim FC Bayern München und dem FC Schalke 04 folgen. „Das sind die Spiele, in denen wir keinen Druck haben. Vielleicht können wir da die Punkte holen“, sagte Torschütze Kalou. „Wir wissen aber, dass es schwierige Wochen werden.“

Trotz der erneut starken Leistung von Thomas Kraft wird dabei voraussichtlich wieder Rune Jarstein im Tor stehen, der Norweger erhielt eine erneuerte Stammplatzgarantie von Dardai. „Wenn Rune die Meinung hat, dass er wieder im Tor stehen kann, kehrt er zurück“, kündigte der Coach an. Er wolle keinen „unnötigen Druck“ machen, erklärte der Ungar, betonte aber in Richtung von Jarstein: „Dann muss er Leistung bringen.“ Dies gilt angesichts der Platzierung im unteren Drittel der Rückrundentabelle auch für den Rest des Teams.

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