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Puigdemont will zunächst in Berlin bleiben: Ruf nach Dialog

Carles Puigdemont, ehemaliger Präsident der spanischen Region Katalonien. Foto: Michel Kappeler
Carles Puigdemont, ehemaliger Präsident der spanischen Region Katalonien. Foto: Michel Kappeler FOTO: Michael Kappeler
Berlin. Einen Tag nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis in Neumünster will der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont heute Mittag eine Pressekonferenz in Berlin geben. Das kündigte ein Vertreter der katalanischen Separatistenorganisation ANC am Vormittag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an. Auf der Twitterseite Puigdemont hatte es schon am Freitag geheißen, dass er sich nach der Freilassung auf den Weg nach Berlin begeben werde. dpa

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont will vorerst in Berlin bleiben. Einen Tag nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis in Neumünster sagte der frühere katalanische Regionalpräsident am Samstag, Berlin sei nun sein Wohnsitz „bis zum Ende dieses Prozesses“.

Zugleich forderte Puigdemont auf einer Pressekonferenz eine internationale Vermittlung im Konflikt um die Zukunft Kataloniens. Die spanische Zentralregierung rief er zu Dialogbereitschaft und „Respekt für die Demokratie“ auf. „Ich glaube, das Land braucht jemanden, der als Vermittler auftritt“, sagte er und nannte als Möglichkeit Staaten oder internationale Organisationen. Der Konflikt müsse mit „politischen Werkzeugen“ gelöst werden. Nötig und dem Gesetz entsprechend sei auch die Bildung einer Regionalregierung Kataloniens.

Nach knapp zwei Wochen in der Justizvollzugsanstalt Neumünster war der von der spanischen Justiz verfolgte Puigdemont am Freitag unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Der 55-Jährige war am 25. März in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Grundlage war ein Europäischer Haftbefehl Spaniens.

Hintergrund ist das von der Zentralregierung in Madrid untersagte und vom spanischen Verfassungsgericht für verfassungswidrig eingestufte Referendum vom 1. Oktober 2017 über die Unabhängigkeit Kataloniens sowie ein anschließender Abspaltungsbeschluss der Separatisten. Der Politiker war angesichts des anschließenden massiven Vorgehens der spanischen Behörden zunächst nach Belgien geflüchtet.