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Prozess gegen mutmaßliche Islamisten: Angeklagte schweigen

Der Eingang des Kriminalgerichts Moabit in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Der Eingang des Kriminalgerichts Moabit in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Berlin. In einem Prozess um Drogenhandel kommen in Berlin von heute an drei mutmaßliche islamistische Gefährder vor das Landgericht. Die Iraker im Alter von 18 bis 42 Jahren sollen in einem Fall im September 2016 als Bande rund 1,6 Kilogramm Haschisch erworben, portioniert und gewinnbringend verkauft haben. Ein vierter Angeklagter sei Anfang 2017 zu der Gruppe gestoßen. Der 28-jährige Syrer habe zudem bei seiner Festnahme gegenüber den Polizeibeamten mit einer Bombe gedroht. dpa

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen hat in Berlin ein Prozess wegen Drogenhandels gegen drei mutmaßliche islamistische Gefährder sowie einen vierten Angeklagten begonnen. Die 18- bis 42-Jährigen verweigerten nach Verlesung der Anklage am Mittwoch vor dem Landgericht eine Aussage. Die Männer - drei Iraker und ein Syrer - sollen bandenmäßig mit Rauschgift gedealt haben. Dem 28-jährigen Syrer wird zudem vorgeworfen, bei seiner Festnahme im April 2017 gegenüber Polizeibeamten mit der Zündung einer Bombe gedroht zu haben. Dabei habe er sich auf seinen muslimischen Glauben bezogen.

Das Verfahren sorgte bereits im Vorfeld der Verhandlung für Aufsehen, weil einer der vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) als gefährliche Islamisten eingestuften Iraker im Dezember auf freien Fuß kam. Das Kammergericht der Hauptstadt hatte die Haftbefehle im Verfahren um Drogenhandel wegen zu langer Untersuchungshaft aufgehoben. Die beiden anderen Iraker säßen aber in einem von der Bundesanwaltschaft geführten Verfahren unter anderem wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) weiter in Untersuchungshaft, sagte eine Gerichtssprecherin.