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| 11:54 Uhr

DHL-Bomber?
Polizei entschärft sprengfähiges Paket in Berlin

Polizisten musste zeitweise den Meringdamm sperren.
Polizisten musste zeitweise den Meringdamm sperren. FOTO: Frank Hilbert
Berlin. Sprengstoff-Experten der Polizei haben am Donnerstagmorgen in Berlin ein Päckchen entschärft, das sprengfähiges Material enthielt. Das Paket war im Briefkasten der Handwerkskammer entdeckt worden.

Der verdächtige Gegenstand am Sitz der Berliner Handwerkskammer hat am Morgen ab etwa 9 Uhr in Kreuzberg für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Zeitweise musste auch der angrenzende Meringdamm gesperrt werden, was zu Beeinträchtigungen im Berufsverkehr führte.

Eine Mitarbeiterin soll das Päckchen im Briefkasten der Kammer entdeckt haben. Beim Öffnen fand sie Drähte und informierte daraufhin die Polizei. Sprengstoffexperten untersuchten den Gegenstand im Hof der Handwerkskammer. Gegen 11 Uhr konnte dann Entwarnung gegeben werden. Die Experten hatten das Paket entschärft.

Auf die Ermittler kommt nun Arbeit zu. Denn das Paket war gefährlich. „Im verdächtigen Gegenstand befand sich sprengfähiges Material. Bei einer Explosion hätten Menschen verletzt werden können“, teilte die Berliner Polizei mit. An Spekulationen, ob es sich um einen erneuten Anschlag des DHL-Bombers handeln könnte, der im vergangenen Jahr durch entsprechende Pakete in Brandenburg in die Schlagzeilen gekommen war, wollte sich die Polizei nicht beteiligen. „Unser LKA hat die Ermittlungen übernommen“, so die Auskunft der Polizei.

Beim Polizeipräsidium in Potsdam, das die bisherigen Anschläge des DHL-Bombers untersucht, heißt es: „In die Ermittlungen werden alle ähnlichen Fälle von verdächtigen Postsendungen mit einbezogen. Wir stehen am Anfang der Ermittlungen.“

Am 12. Januar war in einer Bankfiliale in Steglitz eine verdächtige Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern aufgetaucht. Auch dort entschärfte die Polizei die Vorrichtung. Der Umschlag im DIN-A4-Format enthielt damals „pyrotechnisches Material“, also eine Art Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern, das nicht so gefährlich ist wie Plastiksprengstoff oder Dynamit.

In Potsdam war am 1. Dezember 2017 in der Nähe des Weihnachtsmarktes eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Damit sollten von dem Paketdienstleister DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden.

(mit dpa)

(bob)