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Sechs Festnahmen bei Razzia
Polizei verhindert Anschlag auf Halbmarathon in Berlin

Berlin. Mehrere Männer mit Verbindungen zum getöteten Attentäter Anis Amris sollen laut Medienberichten einen Anschlag auf den Halbmarathon in Berlin am geplant haben. Die Polizei hat bei Durchsuchungen sechs Personen festgenommen.

Die Berliner Polizei hat nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ am Sonntag einen Anschlag während des Halbmarathons in der Hauptstadt verhindert. Spezialkräfte hätten vier Männer festgenommen, darunter einen Hauptverdächtigen. Er soll dem Blatt zufolge geplant haben, mit Messern Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung zu töten. Nach dem Bericht gehört der Verdächtige zum privaten Umfeld des in Italien getöteten Terroristen Anis Amri, der den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 verübt hatte.

Die Berliner Polizei teilte auf Twitter mit, dass der Staatsschutz am Sonntag gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft Berlin Durchsuchungen im Stadtgebiet durchgeführt habe. Dabei seien sechs Personen festgenommen worden. Ob dazu die vier in der Nähe der Sportveranstaltung Festgenommenen gehörten, war zunächst unklar. Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es Festnahmen im Zusammenhang mit dem Halbmarathon gegeben habe. Das Verfahren liege bei der Staatsanwaltschaft.

Eine der jetzt durchsuchten Wohnungen in der City West war der „Welt“ zufolge auch nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 durchsucht worden. Im Keller der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des am Sonntag überwältigten Hauptverdächtigen schlugen demnach speziell auf Sprengstoff trainierte Hunde an. Dazu zitiert die Zeitung einen Polizisten mit den Worten: „Wir werten noch aus. Aber das war wahrscheinlich knapp.“

Der Hauptverdächtige soll zwei extra scharf geschliffene Messer besessen haben. Eine konkrete Gefahr habe jedoch insofern nicht bestanden, als der Mann schon seit längerem von den Sicherheitskräften beobachtet worden sei, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Nach einem Bericht des „Tagesspiegels“ war der Hauptverdächtige zuvor zwei Wochen observiert worden. Er sei den Behörden aus den Nachermittlungen zum Amri-Anschlag in Berlin bekannt gewesen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Zuletzt gab es offenbar einen Hinweis durch einen ausländischen Geheimdienst, wonach der Mann einen Anschlag auf den Halbmarathon plane. Deshalb hätten die Sicherheitskräfte am Sonntag eingegriffen.

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben in Berlin beim Halbmarathon 630 Beamte eingesetzt, um die Strecke abzusperren und zu sichern. Der Halbmarathon ging nach Angaben der Veranstalter ohne außergewöhnliche Vorfälle an der Strecke zu Ende. „Wir haben ein ganz normales Rennen durchgeführt“, sagte ein Sprecher von SCC Events.

(dpa/oht)