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Pflegebedürftige Frau getötet? Angeklagte schweigt

Die Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv
Die Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv FOTO: Volker Hartmann
Berlin. Eine Altenpflegerin, die eine von ihr betreute Frau in deren Wohnung in Berlin-Neukölln umgebracht haben soll, muss sich von heute an vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Totschlag. Die 31-Jährige soll die ihr Anvertraute im Juni 2015 gewaltsam getötet haben. dpa

Eine Altenpflegerin, die eine von ihr betreute Frau in deren Wohnung in Berlin-Neukölln umgebracht haben soll, hat vor dem Landgericht die Aussage verweigert. Die 31-Jährige soll die an einer Nervenkrankheit leidende, ihr anvertraute 60-jährige im Juni 2015 durch Gewalteinwirkung gegen den Hals getötet haben. Die Anklage lautet auf Totschlag. Derzeit wolle die Altenpflegerin keine Angaben machen, sagten die beiden Verteidiger zu Prozessbeginn am Montag.

Die 31-Jährige soll die seit Jahren bettlägerige Patientin laut Anklage „entweder durch einen Unterarmwürgegriff oder durch Druck mit dem verlängerten Knie“ attackiert haben. Das 60 Jahre alte Opfer sei an einer Strangulation gestorben. Die Angeklagte habe eine Tötung zumindest billigend in Kauf genommen.

Eine andere Pflegekraft, die als Mitarbeiterin einer Sozialstation die Hilfsbedürftige versorgen wollte, hatte bei ihrem morgendlichen Besuch die Leiche entdeckt. Zunächst sei von einer natürlichen Todesursache ausgegangen worden, hieß es am Rande des Prozesses. Bei der Leichenschau hätten sich Anhaltspunkte auf ein Tötungsdelikt ergeben. Trotz des Verdachts blieb die Angeklagte bis heute in Freiheit. Die Verhandlung wird am 16. April fortgesetzt.