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Petition an Ausschuss zu DDR-Zwangsadoptionen übergeben

Berlin. Die Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR hat im Bundestag eine Petition mit der Forderung nach einer Clearingstelle überreicht. Das Unrecht müsse aufgearbeitet werden, sagte der Vorsitzende des Leipziger Vereins, Andreas Laake, am Donnerstag in Berlin. Vereinsmitglieder waren mit einem Fahrzeugkonvoi in die Hauptstadt gekommen. Der Petitionsausschuss des Bundestags werde sich nun mit den Forderungen befassen. Dazu gehört auch ein Rechtsanspruch auf staatliche Unterstützung. dpa

Der Verein, der nach eigenen Angaben rund 1500 Mitglieder hat, geht von mehreren tausend zwangsadoptierten Kindern in der DDR aus.

Die Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatten vor kurzem gefordert, jede Zwangsadoption müsse aufgeklärt werden. Bislang gebe es aber keine seriösen Belege für systematische und flächendeckende Adoptionen gegen den Willen von Kindern und Eltern aus politischen Gründen. „Ungeachtet dessen bleibt jeder einzelne Fall eine Tragödie.“ Bislang seien nur wenige Einzelfälle belegt.

Kürzlich war eine Vorstudie zur Dimension politisch motivierter DDR-Adoptionsverfahren zwischen 1966 und 1990 veröffentlicht worden. Aus Sicht der Landesbeauftragten ist die dortige Zahlenschätzung „völlig verfrüht“. Notwendig sei eine wissenschaftliche Erforschung.

Der Vorsitzende des Petitionsausschusses, Marian Wendt, kündigte in der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag) an, er wolle mit der Petition eine politische Debatte über das lange verdrängte Thema anstoßen. Neben dem Interesse der Opfer, ihr Schicksal aufzuklären, müsse diese dunkle Seite der DDR-Vergangenheit endlich aufgearbeitet werden. „Es ist vielleicht eines der letzten großen Kapitel des DDR-Unrechtsstaates“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung.

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