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Ostbeauftragte Gleicke sieht weiter Aufholbedarf im Osten

Iris Gleicke (SPD), die Ostbeauftragte der Bundesregierung. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv
Iris Gleicke (SPD), die Ostbeauftragte der Bundesregierung. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv FOTO: Bernd von Jutrczenka
Berlin. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hat auf das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen West- und Ostdeutschland aufmerksam gemacht. „Noch immer ist die Wirtschaftskraft im Osten viel niedriger als die im Westen“, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Montag) zum 5. Februar. An diesem Tag ist die Berliner Mauer genauso lange weg, wie sie da war: 28 Jahre, 2 Monate und 26 Tage. „Im Osten ist die Arbeitslosigkeit höher und die Löhne sind niedriger.“ Mit Blick auf den Ende 2019 für Ostdeutschland auslaufenden „Solidarpakt II“ forderte sie erneut ein Fördersystem für strukturschwache Regionen. Ein solches müsse sowohl Ost- als auch Westdeutschland berücksichtigen, erklärte sie. dpa

Die rund 155 Kilometer lange Berliner Mauer riegelte den Osten vom Westteil der Stadt ab und war das Symbol der deutschen Teilung. Mit dem Bau begann die DDR-Führung unter SED-Chef Walter Ulbricht am 13. August 1961. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. An der Sperranlage starben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

„Man kann und muss die Mauer in ihren historischen Kontext einordnen, aber man kann sie nicht rechtfertigen“, betonte Gleicke. „Es gab und gibt keine Rechtfertigung für den Schießbefehl und für den Versuch, die eigene Bevölkerung zur Geisel zu nehmen.“