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Özoguz: Anschläge von Mölln Symbol für mörderischen Hass

Blick in Mölln auf das Bahide-Arslan-Haus. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv
Blick in Mölln auf das Bahide-Arslan-Haus. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv FOTO: Daniel Bockwoldt
Berlin/Mölln. Aus Anlass des Jahrestags der Anschläge von Mölln hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, vor einem Nachlassen im Kampf gegen den Rechtsextremismus gewarnt. „Vor 25 Jahren wurde Mölln zum Synonym für blinden und mörderischen Hass: Zwei türkeistämmige Mädchen im Alter von 10 und 14 Jahren und ihre Großmutter mussten bei feigen Brandanschlägen auf ihre Häuser sterben - nur weil sie türkeistämmig waren“, sagte Özoguz am Mittwoch. Zwar sei der zivilgesellschaftliche Widerstand gegen Rechtsextremismus gewachsen. dpa

„Aber der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist aktueller denn je“, warnte Özoguz. Die Zahl rechtsextremer Straftaten habe in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. „Zugleich greifen Rechtspopulisten den Zusammenhalt in unserer vielfältigen Gesellschaft an. Muslimen wird ihr Glauben, Eingebürgerten wird das Deutschsein abgesprochen.“ Mölln habe seinen ermordeten Bürgerinnen ein ehrendes Andenken gewahrt. „Für uns alle bleibt die Mahnung, im Kampf gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit niemals nachzulassen.“

Am Donnerstag, dem 25. Jahrestag der Anschläge, erinnern die Stadt Mölln, die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein, Opfer und Hinterbliebene an die Anschläge. Geplant sind ein Gebet in der Möllner Moschee und ein Gedenkgottesdienst in der St. Nikolaikirche sowie Kranzniederlegungen an den beiden Brandhäusern.

Programm der Gedenkveranstaltung