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Norovirus: Krankenhausinfektionen sprunghaft angestiegen

Eine Frau sprüht sich Handdesinfektionsmittel auf die Hände. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Eine Frau sprüht sich Handdesinfektionsmittel auf die Hände. Foto: Daniel Karmann/Archiv FOTO: Daniel Karmann
Berlin. In Berliner Kliniken hat es 2017 einen sprunghaften Anstieg von Krankenhausinfektionen gegeben - vor allem durch den Magen-Darm-Keim Norovirus. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit auf eine FDP-Anfrage hervor. Noroviren seien im vergangenen Jahr erstmals in der Statistik ausgewiesen worden, erläuterte Christoph Lang, Sprecher der Gesundheitsverwaltung. dpa

Mit dieser Ergänzung gab es im vergangenen Jahr in Berliner Krankenhäusern insgesamt 225 Infektionsausbrüche, bei denen sich 1763 Patienten in Kliniken mit Krankheitserregern ansteckten. 2016 waren es - noch ohne Norovirus-Daten - 59 Ausbrüche, die 424 Patienten trafen. Je nach Keim sind Krankenhausinfektionen meldepflichtig.

Hauptursache für den deutlichen Anstieg 2017 waren demnach Infektionen mit Noroviren, die Erbrechen und Durchfall auslösen können. Dieser Keim war allein für 141 Ausbrüche auf Stationen verantwortlich, von denen 1302 Patienten betroffen waren. An zweiter Stelle standen 37 Rotavirus-Ausbrüche, die ebenfalls Durchfall auslösen können. Die Infektion traf 208 Patienten.

Von zehn auf nur noch einen Ausbruch zurück gingen hingegen gemeldete Ansteckungen mit multiresistenten Bakterienstämmen (MRSA), die in der Regel nicht auf gängige Antibiotika-Gruppen reagieren. Waren davon 2016 noch 24 Patienten betroffen, blieb es in diesem Jahr bei 2 Ansteckungen. Auch Infektionen mit dem Bakterium Klebsiella, das in der Regel nicht auf Penizillin reagiert, gingen zurück. Viele Kliniken haben ihr Hygiene-Management mit Blick auf multiresistente Keime in den vergangenen Jahren verbessert. Als einfache Grundregel gegen Krankenhausinfektionen gilt generell für Ärzte, Pfleger, Patienten und Besucher: Händewaschen und desinfizieren. Als Keimschleuder gelten zum Beispiel Türklinken.

FDP-Anfrage