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Niki-Verkauf soll trotz Rechtsstreit vorangetrieben werden

Ein Passagierflugzeug des Unternehmens Niki. Foto: Rainer Jensen/Archiv
Ein Passagierflugzeug des Unternehmens Niki. Foto: Rainer Jensen/Archiv FOTO: Rainer Jensen
Berlin. Das Insolvenzverfahren für die Air-Berlin-Tochter Niki muss in Österreich geführt werden, nicht wie geplant in Deutschland. Das hat das Landgericht Berlin entschieden. Geht binnen vier Wochen keine Beschwerde gegen den Beschluss ein, wird er rechtskräftig, wie das Gericht am Montag mitteilte. dpa

Der Verkauf der Fluglinie Niki an den Luftfahrtkonzern IAG soll trotz des Zuständigkeitsstreits um das Insolvenzverfahren vorangetrieben werden. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Dienstag in Berlin mit. Die IAG-Tochter Vueling halte an ihrer Kaufabsicht fest. Zuvor hatte das Landgericht entschieden, dass das Insolvenzverfahren in Österreich und nicht in Deutschland eröffnet werden müsste. Es gab damit einer Beschwerde des Fluggastportals Fairplane statt. Niki hat mittlerweile beim Bundesgerichtshof Rechtsbeschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts eingelegt, wie Flöther weiter mitteilte. Dadurch wird die Entscheidung des Landgerichts vorerst nicht rechtskräftig.

Im Ringen um eine Zukunft für die Tochter der ebenfalls insolventen Air Berlin gibt es seit Monaten ein Auf und Ab. Eine geplante Übernahme durch die Lufthansa platzte nach Bedenken der EU-Wettbewerbshüter. Danach musste Niki Mitte Dezember selbst Insolvenz anmelden und blieb am Boden. Binnen zwei Wochen fand Flöther mit IAG einen neuen Käufer.

Der Konzern will einen Großteil der Niki für 20 Millionen Euro übernehmen. Auch 740 der 1000 Jobs sollen erhalten bleiben. Bis zur vollzogenen Übernahme stellt IAG zudem 16,5 Millionen Euro zur Finanzierung bereit. Dieses Geld reiche jedoch nur für wenige Wochen, teilte Verwalter Flöther weiter mit. Der Streit über die nationale Zuständigkeit könnte sich nach Experteneinschätzung jedoch im Zweifel auch Monate hinziehen.

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