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| 21:01 Uhr

Tödliche Arbeitspause
Mord an 30-Jähriger in Berlin-Pankow - Verdächtiger verhaftet

Berlin. Eine junge Frau macht Pause von der Arbeit und kehrt nicht zurück. Wenig später wird am 27. Mai 2018 ihre Leiche gefunden. Der Fall verunsicherte viele Menschen in Berlin. Jetzt ist ein Verdächtiger gefasst - und die Ermittler geben erstmals Details zur Tat bekannt.

Der Fall der jungen Frau, die Ende Mai in Berlin getötet wurde, ist offenbar aufgeklärt. Zielfahnder fassten am Dienstag einen 38 Jahre alten Tatverdächtigen in Spanien, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Der Mann soll die Frau erstickt haben, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Gegen den Gesuchten lag ein Haftbefehl wegen Mordverdachts vor.

Die junge Social-Media-Beraterin, die auch zu Hause arbeitete, hatte ihre Wohnung in Pankow am Nachmittag des 25. Mai verlassen, um eine Pause zu machen. Es war frühsommerlich warm. In Flip-Flops und Sommerkleid ging die Frau zu einem nahegelegenen Bahndamm an der Dolomitenstraße, um sich zu sonnen oder zu lesen - und soll noch am selben Nachmittag oder Abend getötet worden sein. Das hatten die Ermittler in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ berichtet. Die Leiche wurde am 27. Mai auf dem Bahngelände gefunden. Details waren zunächst kaum bekannt.

Nun sind sich die Ermittlungsbehörden sicher, den Täter gefunden zu haben. Die Tat sei „aufgeklärt“, teilten sie mit. Spuren vom Tatort hätten dem Verdächtigen „eindeutig“ zugeordnet werden können. Der 38-Jährige sei bulgarischer Staatsangehöriger, erklärte Martin Steltner weiter. Dieser habe sich ohne festen Wohnsitz in Berlin aufgehalten. Ob er dem Obdachlosenmilieu zuzurechnen ist, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Den Ermittlungen zufolge soll sich der 38-Jährige nach der Tat ins Ausland abgesetzt haben.

Eine zentrale Rolle in dem Fall dürften DNA-Spuren gespielt haben, die der Täter hinterließ. Denn die 30-Jährige wehrte sich: Der Täter müsse Kratzspuren an den Armen haben, hatte die Polizei in einem Zeugenaufruf nach dem Fund der Leiche mitgeteilt. Außerdem verlor der Mann laut Polizei „nachweislich“ eine Mütze - diese war auch in der Fernsehsendung gezeigt worden, um den Besitzer zu finden.

Wie genau die Ermittler dem Mann auf die Spur kamen, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Ziel ist jetzt die Auslieferung des Mannes nach Berlin. Wie lange das dauern kann, war zunächst unklar. Insgesamt waren zu dem Fall mehr als 200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die abgearbeitet werden mussten.

Das Sicherheitsgefühl mancher Berliner hatte bereits im Vorjahr nach einem Mord an einer Kunsthistorikerin im Tiergarten gelitten. Erst vor wenigen Tagen wurde ein 18-Jähriger deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Täter – ein russischer Staatsangehöriger - hatte die arglose 60-Jährige demnach im September 2017 abends auf ihrem Heimweg überraschend angegriffen, erdrosselt und ausgeraubt. Der Mann war eine Woche nach dem Verbrechen in Polen festgenommen worden. Er war dort über das Handy seines Opfers geortet worden.