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Millionenschwerer Drogenhandel: Angeklagte schweigen

Sichergestellte Ecstasy-Pillen. Foto: Martin Schutt/Archiv
Sichergestellte Ecstasy-Pillen. Foto: Martin Schutt/Archiv FOTO: Martin Schutt
Berlin. In einem Prozess wegen Drogenhandels im sogenannten Darknet stehen zwei Männer und eine Frau heute vor dem Berliner Landgericht. Der 43-jährige Hauptangeklagte soll vor etwa fünf Jahren bei mehr als 5600 Verkäufen Rauschgift zum Gesamtpreis von knapp 640 000 Euro veräußert haben. Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschirmten Bereich des Internets. dpa

Ein 43-Jähriger soll von Berlin aus einen millionenschweren Drogenhandel im sogenannten Darknet gesteuert haben. Neun Monate nach seiner Verhaftung schwiegen er und zwei Mitangeklagte zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht. Der Mann soll jahrelang im Darknet, einem anonymen und abgeschotteten Bereich im Internet, mit Rauschgift gehandelt haben. Eine 40-jährige Friseuse und ein ebenso alter Ingenieur sind mitangeklagt.

Von Frühjahr 2015 an habe der 43-Jährige mit der Frau und weiteren Komplizen als Bande agiert, heißt es in der zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Hauptangeklagte in den Jahren 2012 und 2013 auf einer Schwarzmarkt-Plattformen bei mehr als 5600 Verkäufen Cannabis, Kokain sowie synthetische Drogen zum Gesamtpreis von rund 640 000 Euro verkaufte.

Die Drogen habe der 43-Jährige per Post verschickt, später habe er sich mit Komplizen zusammengeschlossen. Hunderte Abnehmer wurden den Angaben zufolge beliefert. Nach etwa zweijährigen Ermittlungen seien die Angeklagten im April 2017 verhaftet worden, sagte die Staatsanwältin. Man habe ein Vermögen in der Digitalwährung Bitcoin im Wert von heute rund 850 000 Euro sichergestellt. Zudem wird dem 40-jährigen Ingenieur zur Last gelegt, für den Hauptangeklagten 109 000 Euro verwahrt zu haben.

Vor Gericht kommt es möglicherweise zu einer Verständigung. Die Richter stellten dem 43-Jährigen bei einem Geständnis maximal knapp sieben Jahre Haft in Aussicht. Der Prozess geht am 11. Januar weiter.