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Messegesellschaft benötigt mehr Platz
Messe-Aufsichtsratschef ist für Abriss des ICC

Berlin. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Messegesellschaft, Wolf-Dieter Wolf, hat sich für den Abriss des Internationalen Congress Centrums (ICC) ausgesprochen. Man müsse sich endlich «mit wirtschaftlichen Lösungen» beschäftigen, sagte er der «Berliner Morgenpost» (Sonntag). Von Deutsche Presse-Agentur GmbH dpa

Alle Ideen zum ICC seien in der Vergangenheit kritisiert worden - vom Einkaufszentrum bis zu einer Bibliothek. «Das darf aber nicht dazu führen, dass das ICC in den nächsten zehn Jahren vor sich hin gammelt.» Ein Abriss mit anschließender Neubebauung könnte «in einigen Jahren sicherlich zu Beifallsstürmen führen», meinte Wolf.

Die Messegesellschaft benötigt mehr Platz. Das 1979 gebaute und mit Asbest belastete ICC ist sanierungsbedürftig. Es wurde seit 2014 nicht mehr für Veranstaltungen genutzt und diente bis zum Spätsommer dieses Jahres vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft für mehr als 500 Menschen.

Auch der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) gibt der Aufsichtsratschef keine Zukunft. Aus Sicht von Berlin sei sie «nicht mehr gewollt», nur die Brandenburger hätten sie noch gern. «Es gibt die großen Luftfahrtmessen in Frankreich und Großbritannien, niemand braucht diese Schauen mehr in Deutschland», sagte Wolf. Schon vor zwei Jahren habe der Messe-Aufsichtsrat beschlossen, die ILA nur noch zu veranstalten, wenn sie wirtschaftlich sei. «Sie ist es aber bis heute nicht.»

Das jetzt genutzte Ila-Messegelände in Selchow (Dahme-Spreewald) würde laut Wolf die Flughafengesellschaft übernehmen, die es dringend brauche. Dazu liefen schon intensive Gespräche mit der Messegesellschaft. Voraussichtlich sei die ILA nach 2018 kein Thema mehr.