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| 19:07 Uhr

Sternsinger
Lausitzer Sternsinger bei der Kanzlerin

Berlin. Lausitzer Sternsinger werden im Kanzleramt von Angela Merkel empfangen. Benjamin Lassiwe

„Kinder helfen Kindern, und ich bin dabei...“ Bundeskanzlerin Angela Merkel steht im lila  Sakko, die Hände zur Raute gefaltet, vor der Ahnengalerie des Kanzleramts, umgeben von 108 Kindern. Sie tragen Kronen auf den Köpfen, farbenprächtige Umhänge und einen Stern in der Hand. Und alle singen gemeinsam: „Kinder helfen Kindern, mach mit, dann sind wir zwei...“ Wieder einmal sind die Sternsinger aus allen 27 katholischen Bistümern Deutschlands zu Gast im Kanzleramt, wieder einmal schreiben sie mit Kreide das Segenszeichen „20 +C+M+B+ 18“ an die Wand des Gebäudes. „Christus Mansionem Benedicat“, Christus segne dieses Haus.

 300 000 Kinder sind in diesen Tagen in Deutschland als Sternsinger unterwegs. 90 000 Erwachsene begleiten sie. Zum Beispiel auch Sophie Marienfeld, Emma Kollay, Michelle Crüger und Julian Mietsch aus Hoyerswerda. Bei einem Quiz haben sie das Ticket nach Berlin gewonnen, wo sie nun das katholische Bistum Görlitz im Kanzleramt vertreten. „Das war schon eine ziemliche Überraschung“, sagt Michelle Crüger. Am Abend vorher waren die Kinder zusammen mit Annabel Winzer, die das Sternsingen in Hoyerswerda mitorganisiert, nach Berlin gereist. In einer Jugendherberge bereiteten sie sich auf den großen Aufritt vor, trafen Sternsinger aus ganz Deutschland. Am Montag dann zogen sie mit den anderen Kindern im Kanzleramt ein, schüttelten der Kanzlerin die Hand, wünschten ihr ein gutes neues Jahr. „Man konnte das kaum fassen, das ging alles so schnell“, sagte Sophie Marienfeld. In Hoyerswerda sind die Sternsinger sonst in Läden und Geschäften unterwegs, besuchen das Landratsamt oder die Polizei. „Gut 2000 Euro kommen da immer zusammen“, sagt Annabel Winzer.

 Gesammelt haben die Kinder das Geld in diesem Jahr besonders für Kinder in Indien. Sie müssen arbeiten, um sich selbst und ihre Familien zu ernähren. „Ich heiße Matthias, bin zehn Jahre alt, gehe in die fünfte Klasse und spiele Handball“, sagte ein kleiner Sternsinger aus Berlin, als einige Kinder für Angela Merkel ein kleines Theaterstück aufführten. „Wäre ich in Indien, würde ich jetzt vielleicht in einem Steinbruch arbeiten.“ Die von den Sondierungsgesprächen sichtlich gezeichnete Kanzlerin war von dem Engagement der Kinder und Jugendlichen begeistert. „Ich freue mich immer, wenn ich königlichen Besuch habe“, sagte Merkel. „Und es ist richtig, dass Ihr den Finger in die Wunde legt.“ Die Vereinten Nationen hätten sich verpflichtet, die Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 abzuschaffen. Dieses Ziel sei aber noch lange nicht erreicht. Derzeit müssten weltweit noch 152 Millionen Kinder arbeiten, dies sei eine „erschreckend hohe Zahl.“ Deutschland habe mit rund 73 Millionen US-Dollar ein Programm der Internationalen Arbeitsorganisation zur Bekämpfung der Kinderarbeit unterstützt. Und den Sternsingern versprach die Kanzlerin: „Wenn wir darüber ringen, ob wir eine neue Regierung bilden, stehen die Kinderrechte auch in Deutschland ganz oben auf der Tagesordnung.“

.Die Sternsinger Julian (16), Emma (10), Sophie (12) und Michelle (14) sowie Begleiterin Annabel Winzer aus der Gemeinde Heilige Familie in Hoyerswerda vertraten das Bistum Görlitz am Montag beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin  Angela Merkel.
.Die Sternsinger Julian (16), Emma (10), Sophie (12) und Michelle (14) sowie Begleiterin Annabel Winzer aus der Gemeinde Heilige Familie in Hoyerswerda vertraten das Bistum Görlitz am Montag beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel. FOTO: Kindermissionswerk Die Sternsing