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Land: Tagebau für Wasserverlust in Seen mitverantwortlich

Blick auf einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Jänschwalde. Foto: Patrick Pleul/Archiv
Blick auf einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Jänschwalde. Foto: Patrick Pleul/Archiv FOTO: Patrick Pleul
Schenkendöbern. Der Braunkohletagebau Jänschwalde in Südbrandenburg ist nach Einschätzung des Umweltministeriums mitverantwortlich für den Wasserverlust in mehreren Seen der Umgebung. Wie hoch der Einfluss genau ist, sei aber unklar, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Zuvor hatte der rbb über den Tagebaueinfluss auf die Gewässer berichtet. Im nächsten Jahr sollen weitere Untersuchungen folgen, um dann Maßnahmen gegen den Wasserverlust zu treffen, hieß es vom Ministerium weiter. Der Tagebaubetreiber Leag widersprach der Einschätzung aus dem Ministerium. Aus dem bisher bekannten Datenmaterial lasse sich eine „unmittelbare Verursachung durch den Tagebau Jänschwalde nicht nachweisen“, hieß es in einer Mitteilung. dpa

Der Braunkohletagebau Jänschwalde in Südbrandenburg ist nach Einschätzung des Umweltministeriums einer der Gründe, warum einige Seen in der Umgebung Wasser verlieren. Wie groß der Einfluss genau ist, sei aber unklar, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Zuvor hatte der rbb berichtet. Im nächsten Jahr sollen weitere Untersuchungen folgen, um dann Maßnahmen gegen den Wasserverlust zu treffen, hieß es vom Ministerium weiter.

Der Abteilungsleiter für den Bereich Wasser im Umweltministerium, Kurt Augustin, betonte auf Anfrage: „Den genauen Anteil des Bergbaus wissen wir nicht, dazu sind noch Untersuchungen notwendig.“ Ergebnisse sollten im ersten Quartal 2018 vorliegen und ausgewertet werden.

Der Tagebaubetreiber Leag widersprach der Einschätzung. Aus dem bisher bekannten Datenmaterial lasse sich eine „unmittelbare Verursachung durch den Tagebau Jänschwalde nicht nachweisen“, hieß es in einer Mitteilung. „Eine solche Feststellung überrascht uns, weil sie der fachlichen Grundlage entbehrt und im Übrigen auch nicht näher faktisch begründet wird“, sagte der Leiter Geotechnik bei Leag, Ingolf Arnold. „Aus den uns zur Verfügung stehenden Messdaten und hydrogeologischen Kenntnissen lässt sich kein Zusammenhang zwischen dem Wasserverlust in den Seen und der Grundwasserabsenkung des Tagebaues Jänschwalde ableiten.“

Scharfe Worte kamen vom Umweltverband Grüne Liga. Er unterstellte dem Tagebaubetreiber, die Öffentlichkeit „an der Nase“ herumzuführen. Sprecher René Schuster sagte: „Die Aussagen des Landesamtes bestätigen, dass die Grundwasserabsenkung deutlich weiter reicht, als vom Unternehmen zugegeben. Badeseen, Wälder und Schutzgebiete sind gleichermaßen betroffen.“ Die Grünen wollen das Thema nächste Woche in den Landtag bringen und reichten dazu nach eigenen Angaben am Donnerstag eine Anfrage ein. Die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky sagte: „Die Landesregierung muss ein umfassendes Konzept entwickeln, um dem massiven Wasserrückgang der Gewässer entgegenzuwirken.“

Bei der Braunkohleförderung wird das Grundwasser in einer Grube abgepumpt, damit der fossile Energieträger abgebaut werden kann. Deshalb kommt immer wieder das Argument ins Spiel, dass sich die Grundwasserabsenkung auch auf umliegende Gebiete auswirken könnte.

Bislang war bekannt gewesen, dass das Land einen Zusammenhang zwischen dem Tagebau Jänschwalde und dem Wasserverlust im Pastlingsee sieht. Das ging im Sommer aus einer Antwort von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine mündliche Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Darin hatte es geheißen: „Nach erster Einschätzung ist für die Seespiegelabsenkung durchaus ein bergbaulicher Einfluss gegeben.“

Im Sommer 2015 hatte in dem Badesee in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) wegen des großen Wasserverlusts ein massives Fischsterben eingesetzt. Dem See wurde als Gegenmaßnahme Wasser zugeführt, damit die Pegelstände nicht weiter fallen. Der Tagebaubetreiber hatte die Kostenübernahme angeboten.

Dass aus jetziger Sicht des Landes der Wasserverlust in mehreren Seen mit dem Tagebau zu tun hat, wird auf Messdaten des Landesumweltamtes zurückgeführt. Die Behörde teilte mit, dass auch der Pinnower See, der Großsee und der Kleinsee betroffen seien. Zum Schenkendöberner und dem Deulowitzer See hieß es, dass diese möglicherweise schon am Rand im Absenkungsbereich liegen.

rbb-Bericht

Pressemitteilung Leag