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Bilanz
Kriminalität: „Brandenburg ist ein Stück weit sicherer“

Ein Mann hebelt eine Tür auf. Foto: Robert Schlesinger/Archiv
Ein Mann hebelt eine Tür auf. Foto: Robert Schlesinger/Archiv FOTO: Robert Schlesinger
Potsdam. In Brandenburg ist die Zahl der kriminellen Delikte in mehreren Bereichen zurückgegangnen. So sei etwa bei Wohnungseinbrüchen in diesem Jahr ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, teilte das Polizeipräsidium in Potsdam auf Anfrage mit. Inwieweit die Trends sich bis zum Jahresende fortsetzten, könne allerdings noch nicht abschließend bewertet werden. Zahlen wurden nicht genannt, da diese erst Anfang kommenden Jahres bilanziert werden können. dpa

In Brandenburg ist die Zahl der kriminellen Delikte in mehreren Bereichen zurückgegangen. So sei bei Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen in diesem Jahr ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, teilte das Polizeipräsidium in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur mit. Zahlen wurden nicht genannt, da diese erst Anfang kommenden Jahres bilanziert werden können.

Auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) geht von einem Rückgang bei den Delikten und einer besseren Aufklärungsquote aus. „Das betrifft auch und insbesondere die Grenzregionen“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag dem rbb-Sender Antenne Brandenburg. Dort sei nur in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) eine größere Zahl von Straftaten registriert worden. „Dort ist aber möglicherweise nicht die Grenznähe die Ursache“, meinte Schröter. „Alles spricht dafür, dass wir ein Stück weit sicherer geworden sind in Brandenburg.“

Bei den Autodiebstählen waren laut Polizei im laufenden Jahr deutlich weniger Fälle zu verzeichnen als 2016. Im Vorjahr waren die Zahlen gegenüber 2015 noch um rund 300 auf über 2 800 angestiegen. Größere Städte wie Potsdam oder Cottbus seien grundsätzlich stärker betroffen als die ländlichen Regionen, weil die Anzahl der Fahrzeuge und die Auswahl an unterschiedlichen Modellen höher sei, so die Polizei. Auch KfZ-Kennzeichen sind im laufenden Jahr seltener gestohlen worden als 2016.

Zugenommen hat hingegen in diesem Jahr die Zahl der Rauschgiftdelikte. Im vergangenen Jahr waren die Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland mit je über 600 Fällen besonders stark betroffen. Cannabis ist den Angaben zufolge mit einem Anteil von über 50 Prozent am meisten verbreitet.

Auch der Schaden durch Viehdiebstähle in Brandenburg ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2012 seien im Land noch knapp 33 500 Euro Schaden gemeldet worden, im vergangenen Jahr seien es bereits knapp 244 500 Euro gewesen, teilte die Polizei mit. Die Schadenssummer hat sich damit mehr als versiebenfacht. Dabei wird kaum einer der Diebe geschnappt. Die Aufklärungsquote hatte 2016 mit 3,2 Prozent im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 2012.

Daher wurde im März im Landeskriminalamt die Sonderkommission „Koppel“ gegründet. Die sechs Mitarbeiter kümmern sich um Fälle, bei denen die Täter vermutlich banden- oder gewerbsmäßig vorgingen.

In diesem Jahr gab es nach Informationen der Polizei bis Mitte November 21 Fälle von Viehdiebstahl mit insgesamt 221 entwendeten Tieren. Ein Fall in Rietz bei Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark), bei dem im Februar 200 Tiere verschwunden waren, stellte sich nach Ermittlungen der Polizei allerdings als Unterschlagung heraus. Sie sind deshalb nicht mehr in der Statistik enthalten. Im vergangenen Jahr hatte es in Brandenburg 31 Fälle von Viehdiebstahl gegeben.