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Koloniale Geschichte von Berlins Riesen-Dino erforscht

Der Eingang des Museums für Naturkunde in Berlin. Foto: Jens Kalaene/Archiv
Der Eingang des Museums für Naturkunde in Berlin. Foto: Jens Kalaene/Archiv FOTO: Jens Kalaene
Berlin. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit gibt es jetzt mehr Klarheit, wie der berühmte Riesendinosaurier im Berliner Museum für Naturkunde zu Kolonialzeiten in deutschen Besitz kam. Der Historiker und Afrika-Experte Holger Stoecker sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, die Überführung des Saurierskeletts aus dem damaligen Deutsch-Ostafrika nach Berlin sei zwar konform zu den damaligen Rechtsordnungen des Kaiserreichs erfolgt. „Die indigenen Vorstellungen von Recht, Eigentum und Landbesitz wurden aber in keiner Weise berücksichtigt. Insofern erfolgte die Entscheidung damals zu Lasten der afrikanischen Bevölkerung.“ dpa

Stoecker ist Mitglied eines vom Bundesbildungsministerium geförderten Forschungsverbunds, der seit 2015 der Herkunftsgeschichte der „Dinosaurier in Berlin“ nachgeht. Seine Zwischenergebnisse fasste er am Mittwoch in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zusammen, auch die „Bild“-Zeitung berichtete.

Danach drängten Vertreter aus der Ausgrabungsregion im Süden Tansanias in der Vergangenheit auf Rückgabe. Die Regierung in Tansania habe den Forderungen im Juni 2017 aber eine Absage erteilt. Zur Begründung hieß es, dem Land mangele es an Kapazität und Technologien, um die Fossilien selbst sachgerecht aufzubewahren und für touristische Zwecke auszustellen, berichtete Stoecker.

Pressemitteilung des Museums zum Forschungsprojekt (Sept. 2017)