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Kokain per Lieferservice: Geldversteck im Katzen-Kratzbaum

Berlin. Drei Männer, die in Berlin eine Art Lieferservice für Kokain gegründet und betrieben haben sollen, stehen heute (9.15 Uhr) vor dem Landgericht. Die 23- und 24-Jährigen sollen seit Januar 2017 als Bande agiert und rund 90 Abnehmer beliefert haben. Der mutmaßliche Drogen-Lieferservice sei den Ermittlungen zufolge wie ein Call-Center aufgebaut gewesen. Das für Bestellungen genutzte Handy soll in Schichten bedient worden sein. Von Anfang März bis zum Zugriff der Polizei am 2. April soll es zu 456 Verkäufen gekommen sein. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Angeklagten wurden Angaben zufolge neben Drogen auch Waffen und Bargeld gefunden. dpa

Gegen drei Männer, die einen schwunghaften Kokain-Handel per Lieferservice betrieben haben sollen, hat der Prozess vor dem Berliner Landgericht begonnen. Die 23- und 24-Jährigen sollen als Bande agiert über ein „Call-Center-Handy“ rund 90 Abnehmer beliefert haben. Sieben Monate nach der Verhaftung der mutmaßlichen Dealer kündigten ihre Verteidiger zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch an, dass sich ihre Mandanten äußern werden - voraussichtlich am zweiten Prozesstag am 8. Dezember.

Die drei Männer sollen sich spätestens im Januar 2017 zu einer Bande zusammengeschlossen haben. Ein 24-Jähriger habe die Führungsrolle übernommen, heißt es in der Anklage. Die Bestellungen seien stets über ein „Call-Center-Handy“ gelaufen. Dieses Handy sei „im Schichtwechsel und in festen Servicezeiten bedient worden“. In der Regel sei die Auslieferung innerhalb von 30 bis 45 Minuten erfolgt.

Nach einem Hinweis hatte die Polizei die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Bande aufgenommen. Telefonüberwachungen würden belegen, dass es zwischen dem 6. März und dem 2. April zu 456 Verkäufen gekommen sei, hieß es am Rande der Verhandlung. Bei diesen illegalen Geschäften seien Einnahmen von mehr als 18 000 Euro erzielt worden.

Einer der Angeklagten sei nach Auslieferung einer Konsumeinheit Kokain im Stadtteil Köpenick festgenommen worden, hieß es weiter. In der mütterlichen Wohnung dieses Angeklagten seien in einem von ihm genutzten Schlafzimmer rund 10 000 Euro sichergestellt worden.

Auch in der Wohnung des mutmaßlichen Chefs wurden laut Ermittlungen neben Drogen größere Geldbeträge entdeckt - unter anderem 3700 Euro in einem Katzen-Kratzbaum. Diesem Angeklagten wird zudem illegaler Besitz einer scharfen Schusswaffe zur Last gelegt.