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Keine Hinweise auf Schmuggel aus Gefängnis

Martin Steltner. Foto: Rainer Jensen/Archiv
Martin Steltner. Foto: Rainer Jensen/Archiv FOTO: Rainer Jensen
Berlin. Die Ermittlungen wegen eines angeblich großangelegten Schmuggels im Berliner Gefängnis Tegel sind eingestellt worden. Der Verdacht gegen zwei Bedienstete habe sich nicht bestätigt, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch mit. Das Verfahren sei bereits Ende 2017 beendet worden. Zuvor hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet. dpa

Die Ermittlungen waren im September 2016 bekannt geworden. Ein Gefangener hatte Vorwürfe erhoben, nach denen Justizbeamte in einer Werkstatt in größerem Umfang dort hergestellte Waren stehlen und aus der Anstalt schmuggeln sowie Handys für die Gefangenen einschmuggeln würden.

Der damalige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte betont, dass es keine Anhaltspunkte für ein größeres Netzwerk von Kriminellen unter den Justizbeamten gebe.

Der Gefangene hatte die Gefängnisleitung beschuldigt, angeblich mafiöse Strukturen unter den Justizwachleuten in Tegel zu vertuschen. Er sei zudem erpresst worden, hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Die damalige Justizverwaltung hatte die Vorwürfe über mafiöse Strukturen als falsch zurückgewiesen.

Vielmehr habe der Häftling nach einer Flucht und späteren Festnahme Informationen über angeblich korrupte Wärter angeboten, um bessere Haftbedingungen herauszuhandeln. Darauf sei man nicht eingegangen.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigte sich am Mittwoch erleichtert. „Dass der Verdacht gegen Bedienstete ausgeräumt wurde, beruhigt mich.“