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Karneval soll schöne Cottbuser Seite zeigen

Kostümierte Narren feiern den „Zug der fröhlichen Leute“ in Cottbus. Foto: Bernd Settnik/Archiv
Kostümierte Narren feiern den „Zug der fröhlichen Leute“ in Cottbus. Foto: Bernd Settnik/Archiv FOTO: Bernd Settnik
Cottbus. Ostdeutschlands größter Karnevalsumzug in Cottbus soll die Stimmung heben - wohl in keinem anderen Jahr so sehr wie in diesem. Die vergangenen Wochen waren in der brandenburgischen Lausitzstadt von hässlichen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen geprägt. Messer, Reizgas, Schläge. Demos gegen die Ausländerpolitik der Bundesregierung bekamen mehr Zulauf - jedes Mal sind dort auch Rechtsextreme zu sehen. Viele Cottbuser sehen bereits einen Imageschaden. Der traditionelle Karnevalsumzug am Sonntag (11. Februar) soll nun ein anderes Bild zeigen. Von Anna Ringle, dpa

Cottbus sei nicht so, wie momentan von außen wahrgenommen - eine rechtsorientierte Stadt, sagte der Präsident des Karneval Verbands Lausitz 1990, Matthias Schulze, der dpa. Man wolle mit dem Karneval ein Signal setzen. Schulze appellierte aber zugleich an die Landes- und Bundespolitik, die Sorgen und Ängste, die Bürger in Cottbus umtreiben, wahrzunehmen. „Sonst gibt man dem rechten Rand Nährboden“, sagte er.

Am Sonntag geht es um 13.11 Uhr los. Wie in den Vorjahren rechnet der Karnevalsverein mit 70 000 bis 80 000 Besuchern. Aus Berlin könnte es viele Fans nach Cottbus ziehen - denn dort fällt der Rosenmontagsumzug auf dem Kudamm ins Wasser. Zu wenig Geld, hieß es dort zur Begründung.

Mehr als 3000 Aktive von Karnevalsgruppen bilden den riesigen Tross, der durch die Cottbuser Innenstadt führt. Auch Wagen sind darunter. Die Mottos der Gefährte sind noch nicht bekannt - die Gruppen wollen die Besucher überraschen, wie es vom Verein als Organisator hieß. Der Karnevalsumzug in Cottbus hat eine lange Tradition. Es ist bereits die 27. Ausgabe des „Zuges der fröhlichen Leute“.

Auch unter dem Eindruck von Terrorgefahr war das Sicherheitskonzept in den vergangenen Jahren immer weiter angepasst worden. Dieses erreichte Niveau werde weiter gehalten, hieß es vom Karnevalsverein. Es gebe unter anderem Straßensperren und sporadische Taschenkontrollen. „Eine besondere Gefahrenlage ist nicht erkennbar“, sagte vor Tagen der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner.

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