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Kältehilfe-Bilanz: Elend unter Obdachlosen wächst

Betten einer Einrichtung der Berliner Kältehilfe. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Betten einer Einrichtung der Berliner Kältehilfe. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Zum 28. Mal hat die Berliner Kältehilfe obdachlosen Menschen in der kalten Jahreszeit einen Schlafplatz und oft auch medizinische Versorgung im Warmen geboten. Diakonie, Caritas, evangelische und katholische Kirchengemeinden ziehen heute Bilanz für die zu Ende gegangene Wintersaison. Die Zahl der Hilfsbedürftigen ist gestiegen, viele kommen heute aus Osteuropa. Camps in Parks sind keine Ausnahme mehr, und auch die Räumung der Zelte im Herbst im Tiergarten löst das Problem nicht. dpa

Die Verelendung unter Obdachlosen in Berlin nimmt zu. Auffällig viele psychische Probleme und Suchterkrankungen überforderten oft die Helfer, sagte Caritas-Direktorin Ulrike Kostka am Donnerstag bei der Bilanz der Berliner Kältehilfe. Auch 35 Rollstuhlfahrer suchten in diesem Winter Schutz in den Einrichtungen der Kältehilfe - 15 mehr als im Vorjahr. „Es ist ein Skandal, dass Rollstuhlfahrer auf die Angebote der Kältehilfe zurückgreifen müssen“, ergänzte Kostka. Die notwendige pflegerische und hygienische Versorgung könnten Nothilfe-Einrichtungen nicht leisten.

Die Kältehilfe wird von kirchlichen und sozialen Trägern auf die Beine gestellt und vom Land mit finanziert. In diesem Winter hat sie von November bis Ende März 1264 Schlafplätze im Warmen angeboten - so viel wie noch nie in den vergangenen 28 Jahren. 500 Plätze bleiben erstmals auch im April erhalten. Sonst endete die Hilfe Ende März. Die Zahl der Obdachlosen in Berlin wird auf 4000 bis 6000 geschätzt. Fast drei Viertel von ihnen kommen inzwischen aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa.

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