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Jordanien: Müller besucht Forschungseinrichtung

Michael Müller und seine Frau Claudia gehen an Bord einer Regierungsmaschine. Foto: Britta Pedersen
Michael Müller und seine Frau Claudia gehen an Bord einer Regierungsmaschine. Foto: Britta Pedersen FOTO: Britta Pedersen
Amman. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller ist zu einer viertägigen Reise nach Jordanien aufgebrochen. Der SPD-Politiker und amtierende Bundesratspräsident will sich in dem arabischen Land über die Lage von Flüchtlingen informieren und dort stationierte Bundeswehrsoldaten besuchen. Zudem sind in der Hauptstadt Amman politische Gespräche mit Vertretern des Königshauses und des Parlaments geplant. Zum Auftakt am Sonntag stand zunächst die Besichtigung einer Forschungseinrichtung auf Müllers Programm. dpa

Zum Auftakt eines viertägigen Jordanien-Besuchs hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Sonntag ein internationales Forschungszentrum besichtigt. In dem Teilchenbeschleuniger namens Sesame erzeugen Wissenschaftler sogenanntes Synchrotronlicht, das in der Materialforschung, der Archäologie oder der Medizin breite Anwendung findet. Basis der Anlage in der Nähe der Hauptstadt Amman ist der Elektronenbeschleuniger Bessy I, der in den neunziger Jahren in Berlin ausgemustert und dann nach Jordanien gebracht wurde.

Das erste entsprechende Forschungszentrum im Nahen Osten gilt als besonderes Projekt der Völkerverständigung: Fachleute aus mehreren arabischen Staaten, den Palästinensergebieten, Israel, Iran, Pakistan und Europa wirken hier zusammen - ungeachtet aller politischen Konflikte. Die beteiligten, zum Teil verfeindeten Staaten finanzieren das Zentrum auch gemeinsam. Müller sagte nach der Besichtigung, er wolle sich dafür einsetzen, die Zusammenarbeit deutscher Forschungsinstitutionen mit Sesame auszubauen.

Müller reiste in seiner Funktion als Bundesratspräsident nach Jordanien. Er will sich in dem an Syrien und den Irak grenzenden Königreich über die Lage von Flüchtlingen informieren und dort stationierte Bundeswehrsoldaten besuchen, die sich am Kampf gegen die Terrormiliz IS beteiligen. Zudem sind in Amman politische Gespräche mit Vertretern des Königshauses und des Parlaments geplant.

Am Sonntag stand auch ein bedeutendes Kulturdenkmal auf Müllers Programm. Er besichtigte den Zitadellenhügel in Amman, auf dem sich Spuren jahrtausendealter Siedlungsgeschichte befinden.

Jordanien gilt als Stabilitätsanker in einer von Konflikten schwer erschütterten Region. Bei Müllers Gesprächen dürfte der anhaltende Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien breiten Raum einnehmen. Jordanien hat infolge der Konflikte in den Nachbarstaaten Syrien und Irak bis zu 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen - bei einer Gesamtbevölkerung von knapp zehn Millionen Menschen. Wegen der strategischen Bedeutung Jordaniens waren zuletzt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Heiko Maas (SPD) dort.

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