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In den Hals gestochen: Angeklagter gesteht

Berlin. Weil er einen Fahrgast auf dem Berliner S-Bahnhof Adlershof mit einer abgebrochenen Bierflasche angegriffen und schwer verletzt haben soll, steht ein 30-Jähriger heute vor dem Landgericht. Der Angeklagte soll seinem 26-jährigen Opfer im Mai 2017 den Flaschenhals in den Hals gerammt haben. Zu der Tat soll es nach einem kurzen Disput wegen einer vorangegangenen Rempelei gekommen sein. Ein zweiter Stich wurde den Ermittlungen zufolge nur durch die schnelle Reaktion der anwesenden Mutter des Verdächtigen verhindert. Sie schob den mutmaßlichen Angreifer in einen Fahrstuhl. Für den Prozess wegen versuchten Totschlags sind fünf Tage vorgesehen. dpa

Nach einer blutigen Attacke auf einen 26-jährigen Mann auf dem Berliner S-Bahnhof Adlershof mit einer abgebrochenen Bierflasche hat der Angeklagte vor dem Landgericht gestanden. Er habe den Fahrgast nach einem Disput wegen einer Rempelei angegriffen und am Hals getroffen, gab der 30-Jährige zu Prozessbeginn am Dienstag zu. Die Situation sei wegen seiner Alkoholisierung eskaliert. Er habe den Mann nicht verletzen oder töten wollen.

Die beiden Männer waren sich laut Anklage am Abend des 24. Mai 2017 zufällig auf dem Bahnsteig begegnet. Der 30-Jährige habe nach einem Rempler eine gläserne Bierflasche genommen, am Fahrstuhl den Boden abgeschlagen und den abgebrochenen Flaschenhals „heftig in die linke Halsseite des Geschädigten gestochen“, heißt es in der Anklage. Ein zweiter Stich sei nur durch die schnelle Reaktion der anwesenden Mutter des Angeklagten verhindert worden. Die Frau habe ihren Sohn in den Fahrstuhl geschoben.

Der Angeklagte sagte, er sei mit seiner Mutter unterwegs gewesen und könne sich nicht erklären, warum er die Flasche als Waffe eingesetzt habe. „Was passiert ist, belastet mich sehr“, erklärte der zweifache Vater. Der Geschädigte habe ihn nach dem Rempler angeschrien. „Ich hatte auch Angst, normalerweise mache ich so etwas nicht“, so der wegen räuberischer Erpressung vorbestrafte Mann. Der Prozess wegen versuchten Totschlags wird am 7. Dezember fortgesetzt.