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IG Metall verstärkt Warnstreiks in Berlin und Brandenburg

Mitarbeiter nehmen an einem Warnstreik der IG Metall in Berlin teil. Foto: Maurizio Gambarini
Mitarbeiter nehmen an einem Warnstreik der IG Metall in Berlin teil. Foto: Maurizio Gambarini FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Mehrere hundert Metall-Arbeiter sind am Montag im Berliner Norden in einen Warnstreik getreten. Beschäftigte mehrerer Betriebe zogen gemeinsam zum U-Bahnhof Alt-Tegel. Dort erneuerten sie ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde: sechs Prozent mehr Geld, Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich sowie Verhandlungen über gleiche Löhne in Ost und West. dpa

Die Gewerkschaft IG Metall verstärkt an diesem Dienstag ihre Warnstreiks in Berlin und Brandenburg. Allein in Berlin-Siemensstadt werden 1500 Beschäftigte von einem Dutzend Betrieben zu einer Kundgebung erwartet, auch in Brandenburg sind weitere Warnstreiks geplant.

Zu Beginn der zweiten Warnstreikwelle im laufenden Tarifkonflikt legten am Montag Hunderte Metaller im Berliner Norden und in Hennigsdorf bis zu zwei Stunden die Arbeit nieder. In Alt-Tegel erneuerten nach Gewerkschaftsangaben rund 700 Beschäftigte ihre Forderungen: sechs Prozent mehr Geld, Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich sowie Verhandlungen über gleiche Löhne in Ost und West.

IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel verurteilte die Bestrebungen der Arbeitgeberseite, die Warnstreiks als rechtswidrig hinzustellen. „Dieser Versuch wird ab heute vor den Werkstoren beantwortet“, sagte er. Ein großer Teil der Zuhörer kam vom Aufzugbauer Otis. Hinzu stießen Beschäftigte von MAN Diesel&Turbo, Borsig, KB Powertech, Robert Bosch Steering sowie aus dem Mercedes-Benz-Werk Marienfelde.

In Hennigsdorf versammelten sich Bombardier-Beschäftigte vor dem Werkstor des Zugbauers. Die Gewerkschaft sprach von rund 300 Mitarbeitern, das Unternehmen von rund 200. Der Warnstreik habe kurzfristig die Produktionsabläufe beeinträchtigt, nachhaltige negative Auswirkungen auf die Produktion gebe es nicht, hieß es bei Bombardier.

Gewerkschafter Höbel hob die geforderte Option hervor, die Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden zu senken - inklusive finanziellem Teilausgleich für bestimmte Gruppen wie etwa Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und Angehörige von Pflegebedürftigen. „Teilzeit braucht das Recht auf Öffnung nach oben und Vollzeit braucht das Recht auf Absenkung“, sagte Höbel.

Derzeit laufen in der Metall- und Elektroindustrie mit bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigten Tarifverhandlungen. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt an diesem Donnerstag in Baden-Württemberg, für Berlin und Brandenburg wird am 19. Januar in Berlin verhandelt.

Die Arbeitgeber waren bislang zu einem Lohnplus von zwei Prozent im April bereit, zudem zu einer Einmalzahlung von 200 Euro für die Monate Januar bis März.