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| 09:23 Uhr

Ein Joint um 16.20 Uhr
Heute ist Cannabis-Tag – auch im Landgericht Berlin

Am heutigen weltweiten Cannabis-Tag rauchen Anhänger dieser Droge traditionell um 16.20 Uhr einen Joint mit Marihuana.
Am heutigen weltweiten Cannabis-Tag rauchen Anhänger dieser Droge traditionell um 16.20 Uhr einen Joint mit Marihuana. FOTO: Daniel Karmann / dpa
Großräschen/Berlin. Heute ist der Cannabis-Tag, der auch 420 genannt wird. Er wird weltweit gefeiert. Tradition ist dabei das Anzünden eines Joints pünktlich um 16.20 Uhr. Im Landgericht Berlin aber sicher nicht. Von Frank Hilbert

Das Rauchen eines Joints ist am heutgen Freitag auch im Görlitzer Park in Berlin geplant. Zuvor soll es eine Demo des Hanfverbandes für eine Legalisierung von Cannabis geben. In Deutschland ist Cannabis verboten, für medizinische Zwecke jedoch erlaubt.

Immer wieder entdeckt die Polizei illegale Cannabis-Anpflanzungen. Jüngst erst geschehen am Mittwochnachmittag in Großräschen, wo eine Aufzuchtanlage mit 20 Hanfpflanzen samt Equipment entdeckt wurde. Die Kriminalpolizei ermittelt nun gegen den Mieter der Wohnung.

Am Dienstag hat zudem in Berlin ein Prozess gegen „Landwirte“ von illegalem Cannabis-Anbau begonnen. Fünf Männer müssen sich vor dem Landgericht verantworten, weil sie in Wohnungen und in einer Autowerkstatt Cannabis-Plantagen betrieben haben.

Die illegale Aufzucht soll im Juni 2017 im Stadtteil Kreuzberg begonnen haben. Nachdem die Polizei diese Plantage entdeckt und 70 Pflanzen sichergestellt hatte, hätten vier der mutmaßlichen Drogenhändler im Alter von 28 bis 35 Jahren drei weitere Plantagen aufgebaut, heißt es in der Anklage. Ob sich die Männer zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zunächst offen.

Nachbarn hatten Angaben zufolge mit einem Hinweis an die Polizei die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Zwei der Angeklagten sowie zwei weitere Männer seien beobachtet worden, als sie Cannabis-Pflanzen aus einer Wohnung geholt und auf einen Pritschenwagen geladen hatten. Nach der polizeilichen Auflösung der Plantage in Kreuzberg habe ein 35-Jähriger bei einer bislang unbekannt gebliebenen Person im Ausland sieben Pakete mit insgesamt knapp 2000 Cannabis-Setzlingen bestellt. Eines der Pakete mit 324 Pflanzen hätten Zollbeamte im September 2017 am Flughafen Köln-Bonn beschlagnahmt.

Drei der mutmaßlichen Drogenhändler befinden sich seit November in Untersuchungshaft. Das Verfahren gegen einen sechsten Angeklagten wurde vor Verlesung der Anklage abgetrennt. Der 33-Jährige sei erkrankt, hieß es. Der Prozess wird am heutigen 20. April fortgesetzt – ausgerechnet am Cannabis-Tag. (mit dpa)