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Hertha und die Schlüsselfrage: „Jugendliche Naivität“

Herthas Trainer Pal Dardai hält den Spielball. Foto: Soeren Stache/Archiv
Herthas Trainer Pal Dardai hält den Spielball. Foto: Soeren Stache/Archiv FOTO: Soeren Stache
Berlin. Pal Dardai muss bei Hertha BSC weiter den Spagat zwischen aktuellen Erfordernissen und dem Blick in die Zukunft meistern. Wenn der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten zu Wochenbeginn die Vorbereitung auf das nächste Spiel bei Werder Bremen anpfeift, geht der Lernprozess vor allem für die junge Genaration im Hauptstadtteam weiter. „Junge Spieler dürfen Fehler machen, aber sie müssen daraus lernen“, sagte Dardai nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund. Speziell die „jugendliche Naivität“ (Dardai) in Person von Ondrej Duda hat Hertha gegen den BVB den möglichen Sieg gekostet. Von Jens Mende und Andreas Krühler, dpa

„Das müssen wir akzeptieren. Als Trainer musst du die jungen Spieler reinführen, Ondrej Duda gehört auch dazu“, erklärte Dardai. Der 23 Jahre Slowake, der als Spielmacher aufgeboten wurde, verhinderte erst mit einer Ballberührung in Abseitsposition das mögliche 2:0. Dann ermöglichte er mit einem krassen Fehlpass den Dortmunder Ausgleich. „Man muss ihn darfür aber nicht zur negativen Figur machen. Er hat insgesamt gut gespielt“, betonte der Berliner Trainer.

„Es war mehr drin“, betonte Nationalspieler Marvin Plattenhardt: „Bitter für uns mit dem Abseitstor, aber das gehört dazu.“ Dardai mahnte Geduld an: „Wir müssen solche Spiele akzeptieren in dieser Saison.“ Diese Phase und auch die Naivität würden mit zur Entwicklung der Generation um Niklas Stark (22), Mitchell Weiser (23), Arne Meier (19), Valentino Lazaro (21), Davie Selke (23) und auch Duda gehören. „Schlüsselfrage bei Hertha BSC ist: Bleiben wir zusammen? Wir müssen alles tun, damit unsere Spieler hier bleiben. Dann kann sich etwas richtig Schönes entwickeln. Da kann man auch andere Ansprüche stellen“, unterstrich Dardai.

Derzeit kosten die Aussetzer einiger Jungprofis noch Punkte. „Wir haben in Stuttgart und gegen Dortmund praktisch zwei Eigentor produziert. Jetzt stehst du nach zwei Spielen mit einem Punkt da“, sagte Dardai. Allerdings rangiert Hertha vor der Partie am Samstag in Bremen mit 25 Zählern als Elfter noch immer im gesicherten Mittelfeld. „Einer von sechs möglichen Punkten ist nicht viel. Aber leistungsmäßig war es okay. Wir hatten gegen eine Topmannschaft die Chance zu gewinnen“, sagte Manager Michael Preetz zur Bilanz 2018.

Der Zwiespalt zwischen Zufriedenheit - immerhin konnte Spitzenclub Dortmund auch im vierten Spiel nacheinander in Berlin nicht gewinnen - und Ärger über die verpasste Siegmöglichkeit könnte Hertha noch eine ganze Zeit begleiten, glaubt Dardai: „Da hilft nur Erfahrung.“

Auf Stammtorhüter Rune Jarstein muss der Ungar allerdings noch verzichten. Der Norweger war schon gegen Dortmund vor 65 893 Zuschauern wegen einer Oberschenkelblessur nicht dabei. Ersatzmann Thomas Kraft, der den Berlinern gegen Dortmund in der Schlussphase mit den einen Punkt gesichert hatte, bekam ein Lob von Dardai: „Thomas macht das gut, das haben wir gewusst. Wir haben da Null Komma Null Sorge. Er gehört mit zu unseren Führungsspielern.“

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